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»Der Neiding 6 – Schwertzeit«

Cover Neiding 6

Heute beendete ich den sechsten Teil von »Der Neiding«. Der letzte Satz im letzten Band. Nach acht Jahren ist die große Geschichte von den Brüdern Arbogast und Farold, die zugleich die Geschichte vom Sachsenkrieg, dem Aussterben des alten Glaubens und dem Siegeszug des Christentum ist, zu Ende erzählt. Es ist die Demut des Geschichtenerzählers, hinter den Figuren und ihren Erlebnissen zurück zu treten, dafür zu sorgen, dass alles lebendig vor die Augen des Lesers tritt, die auch sein größter Stolz ist. Nun heißt es Abschied nehmen von Farold und Arbogast. Ich wünsche mir, dass der Leser ein ähnliches Vergnügen an der Geschichte finden möge, wie ich es beim Verfassen hatte. »Der Neiding 6 – Schwertzeit« wird Ende März im Handel erhältlich sein.

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Der Neiding 6

 Die Arbeit am sechsten und abschließenden Teil vom Neiding neigt sich ihrem Ende entgegen. Noch drei Kapitel sind zu bearbeiten, eines davon muss fast komplett neu geschrieben werden, dann kann das Manuskript ins Korrektorat und Lektorat. Seit dem letzten Band sind einige Monate vergangen und das anvisierte Veröffentlichungsdatum von Teil 6 lag im Herbst letzten Jahres, aber ich habe gelernt, dass Charaktere ihre eigene Geschwindigkeit haben, in der sie ihre Geschichten erzählen. Auch wenn ich weiß, dass ich die Geduld einiger Leser ein wenig strapaziert habe, hoffe ich doch, dass sie von dem bald erscheinenden Band entschädigt werden.

Der Neiding 4 – Winter

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Die Arbeit am vierten Teil von »Der Neiding« ist fast abgeschlossen. Seit einer Woche befindet sich der Text im Lektorat, während ich noch etwas am letzten Kapitel feile. Mittlerweile ist das Ende der Reihe in Sicht: ein oder zwei Bände werden es noch werden, dann ist die Saga um die beiden Brüder Arbogast und Farold zu Ende. Zeit für ein kurzes Innehalten. So viele Jahre, wie mich jetzt der Stoff und die Charaktere begleiten, verlasse ich den Neiding mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es hat mich sehr gefreut, die beiden Männer und ihre Sippe kennengelernt zu haben, die irgendwann ihre eigene Dynamik entwickelten, als sie ins Leben traten und ich ihnen nur noch hinterher stürmen musste. Nun muss ich ihnen noch durch das große Finale folgen, bevor sich ihre Spuren endgültig im Nebel der Zeit verlieren, und ich wieder in die Gegenwart zurückkehre. Und da die beiden Brüder bereits das Interesse eines großen Verlages geweckt haben, findet man sie vielleicht auch bald zwischen zwei Buchdeckeln wieder. Es würde mich freuen.

Das Digitale und die Flüchtigkeit

Ich schreibe gerade an einer Erzählung für die Dezemberausgabe von GEGEN UNENDLICH. Neben der Freude an der kurzen Form, die eine Abwechslung zur Arbeit am Roman darstellt, genieße ich das Schreiben von Hand. Ein Notizheft und ein Stift, nichts weiter. Dabei wird mir wieder bewusst, wie flüchtig die Arbeit am Rechner ist. Nicht erst seit dem Datenverlust Anfang des Monats, der mir trotz Sicherheitskopien die Arbeit von einer Woche entriss. Dem Digitalen ist die Flüchtigkeit schon eingeschrieben. Ein Stromausfall, ein technischer Defekt, ein neues Format (was werde ich in zwanzig, dreißig Jahren noch öffnen und lesen können?), die Weiterentwicklungen bei den Datenträgern …
Aber: das Digitale ist beweglich, verfügt über kurze Wege, kann Dinge wagen, die den analogen Medien nicht gelingen wollen, schafft neue Möglichkeiten abseits von Verlagen (und auch neue Abhängigkeiten von den neuen Türstehern, die sich um die Wortproduzenten versammelt haben und sie mit der Leichtigkeit des Seins locken wollen, um an deren Tantiemen teilzuhaben).

Die Lust des Fabulierers

In seinem Vorwort zu »Der Name der Rose« schreibt Umberto Eco, dass es heutzutage der Trost des homme de lettres sei, wieder schreiben zu dürfen aus reiner Liebe zum Schreiben. 1968 war ihm ein Buch aus der Feder eines Abbé Vallet in die Hände gefallen, das ihn so fesselte, dass es die Keimzelle für seinen historischen Roman um ein italienische Benediktinerkloster und seine Bibliothek wurde. Zu dieser Zeit, berichtet Eco, war es die gängige Überzeugung, nur schreiben zu dürfen aus Engagement für die Gegenwart und im Bestreben, die Welt zu verändern. Zehn Jahre später nun fühle er sich frei, aus schierer Lust am Fabulieren die Geschichte des Adson von Melk zu erzählen. Und es schiene ihm tröstlich, dass diese Geschichte so unendlich fern in der Zeit ist und so herrlich frei von allen Bezügen der Gegenwart.
Lange Zeit schienen die Fabulierer fast ausschließlich auf fremden Pfaden weitab der Gegenwart und der Realität zu wandeln , als würde der Blick aus dem Fenster die Lust am Fabulieren ersticken. Sie siedelten ihre Stoffe in ferner Vergangenheit oder Zukunft an, erschufen Phantasiewelten und fremde  Rassen, als halte die Gegenwart keine starken Stoffe mehr bereit – oder als hemme sie die Phantasie. Realistische Mainstreamprosa hingegen verlor sich in alltäglichen Kleinigkeiten, während der große erzählerische Wurf anderen Zeiten oder Welten vorbehalten schien. Frei von dem Anspruch, die Welt erklären zu müssen und sich in Bedeutungsschwangerschaft zu verlieren, kam eine erzählerische Haltung zu neuen Ehren,  dass es ausreichend sei, sich auf das Erzählen einer Geschichte zu konzentrieren, dass dieses Arbeiten mit Bildern und Modellen alles einzufangen vermag, was das Leben und die Welt ausmacht – und dies in einer Sprache zu uns bringt, die wir nicht erst aus dem Abstrakten übersetzen müssen.

Der Neiding 3 – Friedlos

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Heute habe ich die Überarbeitung des letzten Kapitels beendet. Der dritte Teil hat etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als eingeplant, ist dafür aber auch ein wenig dicker als sein Vorgänger geworden. Jetzt geht das Manuskript ins Lektorat, und wird vermutlich innerhalb der nächsten 10-12 Tage bei den Händlern gelistet sein.

Der Neiding 2 – Verbannung erhältlich

Cover Neiding 2Gestern wurde von neobooks der zweite Teil meines Romans „Der Neiding“ an die Händler ausgeliefert. Amazon hat ihn schon gelistet.

Aus dem Klappentext:

Nachdem Farold Isbert getötet hat, muss er in die Wälder fliehen. Ohne den Schutz der Sippe ist er nun auf sich allein gestellt. Dem alten Sippengesetz entsprechend muss Arbogast den Racheeid schwören und die Verfolgung von Farold aufnehmen, um ihn zu töten. Doch er zögert. Dadurch setzt er den Ruf der gesamten Sippe aufs Spiel. Während Farold auf eine geheimnisvolle alte Frau in den Wäldern trifft, reist Arbogast zur Stammesversammlung nach Marklohe, wo der berühmte Widukind versucht, die Sachsen im Kampf gegen die Franken zu vereinen. Doch die Rückkehr endet in einer Katastrophe …

Teil 3 erscheint Ende August 2013

Der Neiding 2 – Verbannung

Cover Neiding 2Die Arbeit am zweiten Teil des Neidings ist fast abgeschlossen. Das letzte Kapitel von „Verbannung“ habe ich heute beendet, jetzt geht der Text ins externe Lektorat und kann dann im Laufe der nächsten Woche ausgeliefert werden.

Der Neiding 1 – Irminsul

Der Neiding - CoverGestern erschien auf Amazon der erste Band von „Der Neiding“. 1500 Normseiten sind es geworden, eine kleine Chronik der Sachsenkriege unter Karl dem Großen und die Geschichte zweier Brüder.

Nachdem ich viele Jahre Kurzgeschichten geschrieben und veröffentlicht hatte, begannen 2005 die ersten ernsthafteren Versuche, einen Roman zu skizzieren, und schließlich entschied ich mich für das Genre des historischen Romans als Erstling. Für einen Autoren ohne Namen schien mir dieses Genre die besten Chancen auf eine Veröffentlichung zu bieten, außerdem begann in mir das Interesse für die Geschichte und Kultur der germanischen Stämme zu wachsen, also beschloss ich, beides zu kombinieren. Aber wo sollte ich anfangen? Ich begann mich mit der Materie zu beschäftigen, las die unterschiedlichsten Werke und machte mir Notizen. Bei der Lektüre von Grönbechs „Kultur und Religion der Germanen“ fand ich schließlich ein schönes Bild, was zur Keimzelle des Neidings wurde, auch wenn die Szene im Roman so gar nicht vorkommt: wie ein erschlagener Mann von seinen Sippenbrüder nach Hause gebracht wird. Ich las, dass die germanischen Sagas deswegen tragisch sind, da sie meistens auf Intrigen basieren und in der Regel enge Verwandte, Vater gegen Sohn, Bruder gegen Bruder, oder auch zwei Freunde gegeneinander kämpfen müssen, häufig gegen ihren Willen, aber gebunden an Eid oder Sippengesetze. Außerdem fand ich den Themenkomplex des Neidings hier ausführlich dargestellt.

Ich entschied mich, den Roman während der Zeit der Sachsenkriege spielen zu lassen, da mir der Übergang vom alten Glauben zum Christentum sehr reizvoll erschien und der Krieg der altgläubigen Sachsen gegen die christlichen Franken einen starken Hintergrund bot. Nach zehn Monaten der Vorbereitung begann ich Anfang 2007 mit der Niederschrift des Neidings. Fünf Jahre später beendete ich die Erstfassung.

Ich begann den Roman aus Interesse über die germanischen Stämme, aber auch einer gewissen Überheblichkeit ihnen gegenüber heraus. Doch die Beschäftigung mit der altnordischen Mythologie und Kultur erwies sich als Glücksgriff. Die Schönheit und das Brachiale der Edda, deren Spruchweisheit mich in ihrer natürlichen Lebensklugheit sehr überrascht hat, war eine intensive Erfahrung. Hávamál, das alte Sittengedicht, scheint mir auch heute noch ein kluger Ratgeber zu sein.

Der Rote Löwe

Bei manchen Büchern ist es ein kleines Wunder, sie heute in den Händen zu halten. Der Weg von Mária Szepes berühmten Roman „Der Rote Löwe“, ist von Zufällen und Unwägbarkeiten begleitet gewesen, und hat doch auf verschlungenen Pfaden alle Widrigkeiten überstanden. Scepes schrieb den „Roten Löwen“ während des Zweiten Weltkrieges, und als sie ihn 1945 abschloss, war aus der geplanten Novelle ein umfangreicher Roman geworden. Er wurde 1946 in Ungarn veröffentlicht, aber schon bald unter dem neuen Regime als nicht systemkonform eingestuft und verboten. Als die Anweisung erlassen wurde, alle Ausgaben des Romans zu vernichten, schien das Schicksal von „Der Rote Löwe“ besiegelt zu sein und nur durch die Hilfe eines befreundeten Bibliothekars namens Bela Hamvas gelang es der Autorin, vier Ausgaben zu retten. Jahrzehntelang kursierten von Lesern abgetippte Varianten des Buches im Untergrund.

Der Roman erzählt die Geschichte des jungen Alchimisten Hans Burger, der im 16. Jahrhundert den „Roten Löwen“ entdeckt, ein Pulver, das ewiges Leben verspricht. Er tötet seinen Lehrmeister, um in dessen Besitz zu kommen und nimmt das Pulver zu sich. Damit beginnt eine endlose Reise durch die Jahrhunderte, doch in jeder neuen Existenz verfolgt ihn sein Verbrechen.

Nach Deutschland fand das Manuskript in den 70ern. Die von Werner Fuchs, Ronald M. Hahn und Hans Joachim Alpers gegründete Literaturagentur namens Utopop hatte es sich zur Aufgabe gemacht, der einseitigen Fixierung auf englischsprachige Literaturimporte entgegen zu treten und den deutschen Verlagen ein breites Spektrum deutscher und internationaler Science Fiction und Phantastik anzubieten. Schließlich kam Ende der 70er Jahre ein Kontakt mit Mária Szepes zustande, die zum Glück der deutschen Sprache mächtig war, und bald schon machte sich ein Exemplar von „A vörös oroszalan“ auf den Weg. Es handelte sich dabei aber nicht, wie die Mitarbeiter von Utopop feststellen mussten, um ein Buch, sondern um eines der abgetippten Exemplare, und da keiner von ihnen Ungarisch beherrschte, wurde das Manuskript fotokopiert und an verschiedene Verlage geschickt. Es stellte sich heraus, dass keiner der deutschen Verlage mit diesem merkwürdigen Manuskript etwas anfangen konnte. Wolfgang Jeschke trieb schließlich einen Übersetzer auf und ließ ihn ein Gutachten erstellen, das begeistert ausfiel. Also kaufte Heyne das Manuskript. Die deutsche Fassung von „Der Rote Löwe“ erschien 1984 als Taschenbuch und wurde ein großer Erfolg.