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Eine Dauerausschreibung: GEGEN UNENDLICH

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Covermotiv: Michael Hutter

Die Anthologiereihe »GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten« versammelt dreimal jährlich herausragende Kurzgeschichten des Genres. Anfangs ausschließlich als eBook herausgebracht, erscheint die Reihe inzwischen auch als Taschenbuch im Verlag p.machinery.
Die Herausgeber Awe/Fieberg/Pack sind ständig auf der Suche nach frischen Texten, kreativen Ideen und originellen Einfällen, die dazu geeignet sind, dem Genre neue Impulse zu geben.
Die Herausgeber verstehen GEGEN UNENDLICH als ein Kurzgeschichtenmagazin, in dem vor allem das Ungewöhnliche, Neu- und Andersartige seinen Platz findet. Dabei bieten sie auch bislang unentdeckten Talenten die Möglichkeit, neben etablierten Autoren zu publizieren, denn das Entscheidende ist ein guter Text – fantastisch und mitreißend.

Manuskripte inkl. Kurzvita sind an Michael J. Awe unter eMail gegen_unendlich@gmx.de zu senden.
Anforderungen: Umfang von 3 bis 25 Normseiten (entspricht 5.400 bis 45.000 Zeichen), linksbündig (Flattersatz), 12 Punkt, Zeilenabstand anderthalbzeilig, Dateiformat *.doc oder *.rtf ohne Textauszeichnungen. Als Anführungszeichen sind » und « (ALT+0187 bzw. ALT+0171) zu verwenden.
Bitte nur unveröffentlichte Kurzgeschichten einreichen. Die Rechte an den Kurzgeschichten verbleiben bei den Autoren. Jeder Autor erhält ein Freiexemplar und 30 % Autorenrabatt auf weitere Exemplare, die beim Verlag zu bestellen sind.

Infos auf Facebook

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»GEGEN UNENDLICH«: Die Jubiläumsnummer

GU 10 CoverMitten in unseren Umzug fiel die Veröffentlichung der Jubiliäumsnummer von »GEGEN UNENDLICH«. Seit knapp zwei Jahren und mit nunmehr der zehnten Ausgabe bringt die ebook-Reihe aus dem weiten Feld der phantastischen Literatur einen bunten Mix zeitgenössischer und klassischer Autoren.
Auch diesmal haben wir wieder eine abwechslungsreiche Sammlung für unsere LeserInnen zusammengestellt. Lesen Sie in der Jubiläumsnummer von verblüffenden Erfindungen, von denen Unbefugte besser die Finger lassen (Uwe Hermann, »Der Einfänger«), von Weltraumjägern, deren Kindheitssehnsucht sich auf grausame Weise erfüllt (Silke Jahn-Awe, »Kampfpiloten«), und von einem »Haus am Ende der Träume« (Michael Siefener). In der Klassiker-Abteilung gibt es diesmal nicht weniger als drei Beiträge, und zwar eine Neuübersetzung von Sakis boshafter Geschichte »Die Musik auf dem Hügel«, eine Übersetzung von Julius Longs verstörender Story »Der bleiche Gast« (im Original zuerst im »Weird Tales Magazine« erschienen) und eine Neuveröffentlichung von Hanns Heinz Ewers surrealer Groteske »Mein Begräbnis«. Daneben sind wie gewohnt die Herausgeber Blasius, Fieberg und Pack mit je einem Beitrag vertreten.
Das Titelmotiv stammt diesmal wieder von Stefan Böttcher und ist eines meiner Favoriten. Anlässlich des Jubiläums haben wir die künstlerischen Vorlagen für die zurückliegenden Titelillustrationen Revue passieren lassen und die Coverbilder aller Ausgaben versammelt. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

»Der Neiding 6 – Schwertzeit«

Cover Neiding 6

Heute beendete ich den sechsten Teil von »Der Neiding«. Der letzte Satz im letzten Band. Nach acht Jahren ist die große Geschichte von den Brüdern Arbogast und Farold, die zugleich die Geschichte vom Sachsenkrieg, dem Aussterben des alten Glaubens und dem Siegeszug des Christentum ist, zu Ende erzählt. Es ist die Demut des Geschichtenerzählers, hinter den Figuren und ihren Erlebnissen zurück zu treten, dafür zu sorgen, dass alles lebendig vor die Augen des Lesers tritt, die auch sein größter Stolz ist. Nun heißt es Abschied nehmen von Farold und Arbogast. Ich wünsche mir, dass der Leser ein ähnliches Vergnügen an der Geschichte finden möge, wie ich es beim Verfassen hatte. »Der Neiding 6 – Schwertzeit« wird Ende März im Handel erhältlich sein.

Der Neiding 6

 Die Arbeit am sechsten und abschließenden Teil vom Neiding neigt sich ihrem Ende entgegen. Noch drei Kapitel sind zu bearbeiten, eines davon muss fast komplett neu geschrieben werden, dann kann das Manuskript ins Korrektorat und Lektorat. Seit dem letzten Band sind einige Monate vergangen und das anvisierte Veröffentlichungsdatum von Teil 6 lag im Herbst letzten Jahres, aber ich habe gelernt, dass Charaktere ihre eigene Geschwindigkeit haben, in der sie ihre Geschichten erzählen. Auch wenn ich weiß, dass ich die Geduld einiger Leser ein wenig strapaziert habe, hoffe ich doch, dass sie von dem bald erscheinenden Band entschädigt werden.

Hand-Werk

Nach zwei Wochen der Planung habe ich mich nun an die Überarbeitung vom letzten Teil des »Neidings« begeben. Eine klare, schlichte Sprache verwenden und eine reduzierte Handlung, wodurch das Historische etwas Parabelhaftes und Zeitloses bekommt. Dadurch wird es zweitrangig, wie weit die erzählte Geschichte zurückliegt. Kraftvoll erzählen, nicht intellektuell; auf das Wesentliche, allgemein Menschliche herunterbrechen. Einen historischen Roman zu schreiben kam mir lange Zeit vor, wie mit einem Schmuddelkind in der Öffentlichkeit zu erscheinen, nun stelle ich fest, dass das Kind bescheiden und klug ist.

Versificatoren

Beim Wiederlesen von »1984«, welches ich immer noch für eine beeindruckende Dystopie halte, fällt mir auf, wie stark die Realität die damaligen Mechanismen von Kontrolle überholt hat. Es handelt sich hierbei um das, was Bjung-Chul Han das digitale Panoptikum genannt hat. In anderer Hinsicht erscheint mir Orwells Roman noch immer sehr aktuell. Bei einer Forendiskussion über Amazons neue eBook-Flatrate fragte ein User, wovon denn die Autoren dann noch leben sollten. Ein anderer Teilnehmer antwortete, dass Autoren sowieso bald durch Programme ersetzt werden würden, die Romane automatisch generieren. Dabei fiel mir die synthetisch erzeugte Musik aus »1984« ein:

Draußen vor dem Fenster sang jemand. Winston lugte unter dem Schutz des Musselinvorhangs hinaus. Die Junisonne stand noch hoch am Himmel, und drunten auf dem besonnten Hof stapfte ein Monstrum von Frau, wuchtig wie eine romanische Säule, mit stämmigen roten Unterarmen und einer um ihre Taille gebundenen Sackleinwandschurze, zwischen einem Waschfass und einer Wäscheleine hin und her, auf der sie eine Reihe viereckiger weißer Dinger aufhangte, die Winston als Kinderwindeln erkannte. So oft ihr Mund nicht durch Wascheklammern verschlossen war, sang sie mit mächtiger, tiefer Altstimme:

»Es war nur ein tiefer Traum,
Ging wie ein Apriltag vorbei-ei
Aber sein Blick war leerer Schaum
Brach mir das Herz entzwei-ei!«

Das Lied wurde wahrend der letzten Wochen von ganz London geträllert. Es war einer von zahlreichen ähnlichen Schlagern, die für die Proles von einer Unterabteilung der Fachgruppe Musik herausgegeben wurden. Der Wortlaut dieser Lieder wurde ohne jedes menschliche Zutun von einem sogenannten »Versificator« zusammengestellt. Aber die Frau sang so melodiös, dass aus dem fürchterlichen Blödsinn beinahe ein hübsches Liedchen wurde.

Im Journalismus wird ein solches Programm zum automatischen Verfassen von Nachrichten schon eingesetzt. Anfang Mai meldete die »Los Angeles Times« , sie habe die erste von einer Software produzierte Nachricht publiziert und werde das in Zukunft öfter tun. Die Stuttgarter Softwarefirma Aexea verspricht eine Nachrichtenmaschine, die hochwertige Texte erzeugen kann. Mit dieser lasse sich zum Beispiel eine Nachrichtenseite basteln, bei der auf die speziellen Interessen bestimmter Leser zugeschnittene Artikel produziert werden – ganz ohne Menschen im Produktionsprozess.
Die böse Ironie an der Geschichte ist, dass für Orwell der Versificator das Instrument eines totalitären Regimes war, denn wo eine Maschine produziert, kann es auch keinen kritischen Geist geben, und dass nun im Rahmen eines freiheitlichen Kapitalismus eben dieses Instrument als Objekt der Gewinnmaximierung eingesetzt wird.

GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten – Nr. 6

Cover_GU_6_MDie sechste Ausgabe von »GEGN UNENDLICH« wurde mittlerweile an den Handel ausgeliefert. Die sechs Erzählungen dieser Sammlung drehen sich um Veränderungen aller Art und zeigen die unterschiedlichsten Facetten der Phantastik. Abgerundet werden die Geschichten von einem Artikel zu den Hintergründen zu Ray Bradburys bei Arkham House verlegtem Band »Dark Carnival«. Die Nr. 6 ist erhältlich als Download bei Amazon und anderen Anbietern.

DIE STORYS:

Uwe Durst: »Der Puppenmacher«
Michael Blasius: »Martha«
Andreas Fieberg: »Die Krümmung der Geraden«
Ute Dietrich: »Wahnsinnsstern«
Hubert Katzmarz: »Der Physiker und die magischen Steine«
Joachim Pack: »Kurzschluß in der Zeitmaschine«
Essay: »Zu Gast im Hause Arkham. Über Bradburys Erstling Dark Carnival«

AUS DEM INHALT:

Die von Sehnsucht beflügelte magische Verwandlung eines Jungen / Implantierte Realitäten als Zufluchtsort / Die Begegnung mit dem Alter Ego / Sternenreisende, die eine drastische Transformation erleben / Ein alter Weiser und seine esoterischen Schüler / Ein Autor, der zur Figur in seiner eigenen Geschichte wird // Sechs bizarre Begebenheiten, sechs Facetten der Phantastik, unterhaltsam und pointiert erzählt! – Titelillustration von Lothar Bauer

»Urd«

Cover Neiding 5Es ist geschafft! Gestern habe ich das letzte Kapitel von »Urd« beendet und ins Korrektorat gegeben. Die Veröffentlichung steht also kurz bevor. Ich freue mich sehr darüber und möchte mich für die vielen freundlichen Leserkommentare und interessierten Rezensionen im Netz bedanken. Als nächstes werde ich die Arbeit  kurz für ein anderes Projekt unterbrechen, bevor ich mich in zwei Wochen an den letzten Teil vom »Neiding« begebe und die Reihe abschließe.

Balkonsommer

Heute zum ersten Mal wieder meinen Arbeitsplatz nach draußen auf den Balkon verlagert. Kein Kaffeehausliterat, denke ich, aber immerhin ein Balkonliterat. Auch die Weberknechte  haben sich wieder eingefunden. Waren sie im letzten Jahr noch zu zweit, sind es mittlerweile zwischen drei und sechs Exemplare, die regungslos in den Pflanzen unseres Balkons sitzen, durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Dafür sind die Vögel aufgebracht, die sich durch meine Anwesenheit gestört nicht mehr an die Futtersilos und Meisenknödel trauen. Während ich stoisch sitzen bleibe und arbeite, ist mir der Fluch aller Meisen der Umgebung sicher.

pandora

pandoraBeim Durchforsten meiner Sammlung von Literaturmagazinen aus den letzten fünfundzwanzig Jahren, die sich in allen Formen, Größen und Farben in den Regalbrettern und Ordnern tummeln, manche regional beschränkt und nur bei ausgewählten Läden und Copyshops erhältlich, manche sogar mit einer ISSN-Nummer versehen, und auch so einige, die direkt nach der ersten Ausgabe das Erscheinen einstellten, fielen mir wieder die Ausgaben von »pandora« ins Auge. »pandora«, verlegt im Shayol-Verlag, war der Versuch, in Deutschland ein anspruchsvolles Magazin zur Science – fiction und Fantasy herauszugeben. Was Hanns Riffel, vielen bekannt als Mitinhaber der SF-Buchhandlung »Otherland« in Berlin, auf die Füße stellte, hatte es in unserem Lande so lange nicht gegeben. Als großer Freund der »Alien Contact«-Seiten kaufte ich mir die erste Ausgabe sofort nach ihrem Erscheinen und war, anders kann ich es nicht sagen, einigermaßen beeindruckt. Der schon im Vorwort deutlich gemachte Anspruch wurde von Namen wie J.G Ballard, Ursula K Le Guin, Dietmar Dath, Tad Williams und Boris Strugatzki unterstrichen. Das Ganze war eine wilde Mischung aus Prosa und Sachtexten, die alle eins sein wollten: nicht weniger anspruchsvoll als das, was gemeinhin als Genre der realistischen oder mimetischen Literatur fungiert. Passend dazu fand sich auch gleich zu Beginn ein Artikel von Ursula Le Guin zum Thema Genre, der gleichzeitig für die Haltung des Magazins stehen mag. David Pringel scPandora4_Cover_0400pxhrieb seine »Überlegungen zur Novelle« und behandelte damit wohl die edelste Form, in der Literatur erscheinen kann.  Die Prosa und Rezensionen standen dem Anspruch der Sachtexte in nichts nach. Nachdem ich die erste Ausgabe durchgeblättert hatte, bestellte ich ohne zu Zögern ein Abo. Ausgabe 2 und 3 trafen in gewohnter Qualität ein, Band 4 folgte, dann war Schluss. Die fünfte Ausgabe erschien nicht mehr; Hans Riffel und Jakob Schmidt, letzterer seit Ausgabe Nummer 3 als Mitherausgeber dabei, hatten das Handtuch geworfen. Im Vorwort des vierten Bandes wird der Mangel an Zeit genannt, ein solch ambitioniertes Projekt weiter auf dem Niveau zu führen. Auf der Seite des Shayol-Verlags sind die Ausgaben von »pandora« noch erhältlich.

»Der Neiding 5 – Urd«

Cover Neiding 5

Krankheitsbedingt konnte ich einige Wochen nicht an den Schreibtisch, so dass ich den anvisierten Veröffentlichungstermin für den fünften Teil nicht einhalten konnte. Es ist nie ganz leicht im Vorhinein zu sagen, wann ein Buch fertig ist, zumal »Der Neiding« mein erster Roman ist und ich ihn nebenberuflich schreibe. Andererseits muss ich bei einem Buch aber auch das Gefühl haben, dass die Sache rund ist und mit gutem Gewissen aus der Hand gegeben werden kann. »Der Neiding 5 – Urd«, der um einiges umfangreicher als seine Vorgänger wird, kann voraussichtlich im nächsten Monat erscheinen. Ich glaube, es ist ein guter Teil und hoffe, dass die Leser zu dem Ergebnis kommen, dass sich das Warten darauf gelohnt hat.

Zwielicht Classic und GU Nr. 5

zwielicht-classic-5In der aktuellen Ausgabe von »Zwielicht Classic« bin ich mit meiner Erzählung »Der Geisterfotograf« vertreten. Ich freue mich über die Publikation in der von Michael Schmidt herausgegebenen Reihe, wundere mich aber immer noch ein wenig darüber, mich in einem Horrormagazin wiederzufinden. Im Sommer wird dann die gedruckte Fassung des eBooks erscheinen.

Außerdem erscheint in den nächsten Tagen die Nummer 5 unserer phantastischen eBook – Reihe »GEGEN UNENDLICH«. Mit der Eröffnungserzählung von Malte S. Sembten startet die Ausgabe mit einer umfangreichen Erzählung. Das Titelbild stammt diesmal von Crossvalley Smith. Mit dabei sind diesmal neben Malte S. Sembten auch noch Peter Nathschläger und Jörg Isenberg, den GU-Leser schon in der Nummer 3 kennengelernt haben.

DIE STORYS:
Malte S. Sembten: »languerous@barron.feu«Cover_GU_5_M
Peter Nathschläger: »Yemoyas Traum«
Michael Blasius: »Jagdmodus«
Andreas Fieberg: »Hirngespinst«
Jörg Isenberg: »Block A«
Joachim Pack: »Eine kurze Bettgeschichte«

AUS DEM INHALT:
Die rätselhafte eMail-Adresse, die es eigentlich nicht geben dürfte, gefunden in einem alten Buch / Die magische Brücke in eine bessere Welt / Zuschauer, die Todesurteile vor dem Fernseher vollstrecken / Die verhängnisvollen Einbildungen einer nervlich zerrütteten Frau / Die Rückkehr der Großen Alten / Das überraschende Ende einer Bettgeschichte // Sechs bizarre Begebenheiten, sechs Facetten der Phantastik, unterhaltsam und pointiert erzählt.

GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten – Nummer 4

Cover_GU_4_MMittlerweile ist die vierte Ausgabe unserer Phantastikreihe »GEGEN UNENDLICH« erschienen. Diesmal konnten wir für das Coverbild Lothar Bauer gewinnen, der in der Szene seit langem als sehr produktiver Illustrator bekannt ist. Es ist wieder eine spannende und hochwertige Mischung an Erzählungen aus unterschiedlichsten Bereichen der phantastischen Literatur zusammengekommen. Mit Barbara Hundgeburt-Grabow, Monika Niehaus und Silke Jahn-Awe sind diesmal drei Gastautorinnen dabei.

Außerdem wird mit der Nummer 4 eine neue Rubrik eingeführt. Im »Fraktalgenerator« widmen wir uns in kürzeren Texte verschiedenen Phänomen der Phantastik. Persönlich und meinungsstark. Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre!

DIE STORYS:

Michael Blasius: »Karma AG«
Andreas Fieberg: »Das lange Warten«
Barbara Hundgeburt-Grabow: »Spiegelbilder«
Joachim Pack: »Vor dem Rand der Welt«
Monika Niehaus: »Der seltsame Fall des Leutnant Benjamin Abel«
Silke Jahn-Awe: »Betamesser«

AUS DEM INHALT:

Der schockierende Vorleben-Bescheid vom Amt für Identitäten — ein rätselhaftes Kunstwerk auf einem fernen Planeten — die magische Lichtbildnerei einer alten Dame — die Macht des Wissens und die Hilflosigkeit eines paranoiden Wissenschaftlers — ein außergewöhnlicher Fall von Bewußtseinsspaltung — Kulinarisches vom Planeten Omega. — Sechs bizarre Begebenheiten, sechs Facetten der Phantastik, unterhaltsam und pointiert erzählt.

»Der Neiding 4 – Winter« veröffentlicht

Cover Neiding 4

Der vierte Teil von »Der Neiding« ist fertig und wird in den nächsten Tagen an die Händler ausgeliefert. Somit dürfte er auf den letzten Drücker wie angekündigt noch in diesem Monat bei amazon & Co erhältlich sein. Bei neobooks steht er schon zum Download bereit. Dort gibt es auch eine Leseprobe.

Lob der Faulheit

Im Guardian erklärt Neil Gaiman, der eine sechsmonatige Auszeit von seinen Social Media  – Aktiviäten plant, wo er die Ideen für seine Geschichten herbekommt :

»People ask me where I get my ideas from«, he said, »and the answer is that the best way to come up with new ideas is to get really bored.«

Das ist in heutigen Zeiten leichter gesagt als getan. Wo Smartphone und Notebook fast immer griffbereit und »always online« sind, wo Internet, Social Media, Computerspiele, Fernsehen und Radio rund um die Uhr für Beschäftigung und Ablenkung sorgen können, ist die Unfähigkeit zur Muße weit verbreitet. Wo jeder vorgibt, immer unglaublich beschäftigt zu sein (und es auch ernsthaft versucht), und Zeit nur etwas ist, was es zu optimieren gilt, sind für Gaiman Theateraufführungen in der Schule ideal gewesen, um den ersehnten Punkt der Langeweile zu erreichen:

»You have to sit there for hours and you can’t read or use a phone or check something on the web. I’ll come out afterwards thinking: ‚Did I just plot out an episode of Dr Who there? I think I did.’«

Anfang des Jahres nun begann Neil Gaimans Social Media – Auszeit. In seinem Journal gibt er ein erstes Resümee:

»Two days in to Neil off Social Media, and it’s interesting. I’ve a novel I’m reading on my phone’s Kindle app, and whenever I would have been tempted to go and look at my Twitter Feed or Tumblr or Facebook, I read Gene Wolfe’s THE LAND ACROSS instead. This is a good thing because 1) it is a very good book, and 2) it reminds me of the joy and power of fiction and 3) it distracts me from what had become a very automatic thing to do.«

GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten – Nummer 3

cover_gegen_unendlich Rechtzeitig zum Fest erscheint die Weihnachtsausgabe von »GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten«. Besonders freue ich mich, diesmal WordPress-Kollegen Christian Weis als Gastautoren begrüßen zu dürfen. Ich bin mit einer neuen Erzählung aus dem Bereich der historischen Phantastik vertreten. »Der Geisterfotograf« spielt gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts, als die immer stärker aufkommende Fotografie skurille Blüten trieb. Weitere Infos findet Ihr hier.

DIE STORYS:
Michael Blasius, »Der Geisterfotograf«: Ein findiger Fotograf macht sich die Geistergläubigkeit seiner Zeitgenossen zunutze, doch der Betrüger muß sich eines Besseren belehren lassen. // Jörg Isenberg, »Adams Blut«: Vor der Kulisse des vom Krieg heimgesuchten Kosovo kommt es zur mythischen Konfrontation zwischen Adam und Lilith im Kampf um Erlösung. // Thomas Eckhardt, Joachim Pack, Michael Stetzuhn, Michael Vehrs, »Träumen Weihnachtsmänner von elektrischen Rentieren?«: Überläßt man das Weihnachtsgeschäft unkontrollierbaren Mächten, führt das geradewegs in den Weltuntergang. // Andreas Fieberg, »Heute, Kinder, wird’s was geben«: Wenn das Leben ein Geschenk wäre, könnten wir es behalten, meint jedenfalls der Weihnachtsmann. // Christian Weis, »Das Blockhaus«: Ein Autofahrer bleibt in der Einöde eines verschneiten Waldes liegen. Der klassischen Zwickmühle entkommt er auf überraschende Art.

»Bulpingtonismus-Blupismus«

In der aktuellen Ausgabe des Quarber Merkur findet sich ein Interview mit dem von mir sehr geschätzten Boris Strugatzki, der leider im letzten Jahr verstorben ist. Darin äußert er sich über die Anziehungskraft, die der Realismus auf ihn und seinen Bruder Akardi ausübte. Gleichsam hatten sie Angst , dem sogenannten »Bulpingtonismus-Blupismus« zu verfallen, so nannten sie die »hölzern langweilige Art, das hölzern langweilige , wirkliche Leben« zu schildern. Der Begriff kam auf, nachdem sie von H. G. Wells »The Bulpington of Bulp« gelesen hatten. Obwohl sie Wells als ihren Lieblingsautoren und auch Lehrmeister schätzten, empfanden sie diesen Roman als seinen langweiligsten und schworen sich, niemals derart Schindluder mit ihren Lesern zu treiben. »Und ich glaube«, so fügt Strugatzki in dem Interview hinzu, »wir haben diesen Schwur gehalten«. Sogar der alltäglichste von ihren Romanen, »Das lahme Schicksal«, sei unterhaltsam, weil die in der realen Welt spielende Handlung durch die Anwesenheit Seiner Majestät des Wunders erleuchtet wird.

Das Digitale und die Flüchtigkeit

Ich schreibe gerade an einer Erzählung für die Dezemberausgabe von GEGEN UNENDLICH. Neben der Freude an der kurzen Form, die eine Abwechslung zur Arbeit am Roman darstellt, genieße ich das Schreiben von Hand. Ein Notizheft und ein Stift, nichts weiter. Dabei wird mir wieder bewusst, wie flüchtig die Arbeit am Rechner ist. Nicht erst seit dem Datenverlust Anfang des Monats, der mir trotz Sicherheitskopien die Arbeit von einer Woche entriss. Dem Digitalen ist die Flüchtigkeit schon eingeschrieben. Ein Stromausfall, ein technischer Defekt, ein neues Format (was werde ich in zwanzig, dreißig Jahren noch öffnen und lesen können?), die Weiterentwicklungen bei den Datenträgern …
Aber: das Digitale ist beweglich, verfügt über kurze Wege, kann Dinge wagen, die den analogen Medien nicht gelingen wollen, schafft neue Möglichkeiten abseits von Verlagen (und auch neue Abhängigkeiten von den neuen Türstehern, die sich um die Wortproduzenten versammelt haben und sie mit der Leichtigkeit des Seins locken wollen, um an deren Tantiemen teilzuhaben).

„Ich reite heim und gehe nirgendwo hin.“

u1_978-3-10-007622-9.434854Vor einigen Monaten bin ich auf ein Mammutprojekt des S.Fischer-Verlags aufmerksam geworden, der zu seinem 125jährigen Verlagsbestehen im Jahre 2011 die Isländersagas neu übersetzt hat. Vier dicke Bände sind es geworden und sie haben es in sich. Befreit vom ideologischen Ballast der alten Thule-Ausgaben liegen die Prosatexte in einer starken und bildhaften Sprache vor, die schon Dashiell Hammet, Jorge Luis Borges oder J.R.R. Tolkien bewundert haben. Niedergeschrieben wurden die Sagas von anonymen Verfassern im 13 und 14. Jahrhundert . Die Erzählungen schildern die Erlebnisse von Personen und Familien, die im 1. Jahrhundert Island besiedelten. Die Sagas handeln von Freundschaft, Liebe, Stolz, gekränkter Ehre, Rache, Toschlag und Buße. Wir treten in eine Welt, die „beseelt ist von wütenden Außenseitern, starken Frauen und Rechtskundigen, (…) aber auch von Schadenszauber und Wiedergängern und nicht zuletzt abenteuerlichen Reisen in ferne Länder“. Jede Saga wird von einer fundierten Einleitung und von einem knappen Anmerkungsteil ergänzt. Die umfangreichen vier Bände folgen dabei einer geographischen Ordnung: der erste Band versammelt die Geschichten, die im Süden Islands spielen (unter anderem die berühmte Saga von Egill Skalla-Grimson, die lange Zeit in Deutschland nur antiquarisch zu erstehen gewesen war), Band 2 bringt die Sagas aus dem Westen, der dritte Band spielt im Nordwesten und Band 4 schließlich enthält die Sagas aus dem Nordosten, Osten und dem Ausland.

GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten – Nummer 2

Cover_GU_2Die zweite Ausgabe von »GEGEN UNENDLICH« ist fertig und wurde heute an den Handel ausgeliefert. Es sind wieder recht unterschiedliche Erzählungen phantastischer Natur dabei. Ich bin mit meiner bislang einzigen Raumschiffsgeschichte vertreten. Die Ausgabe steht schon hier zum Download bereit, oder in den nächsten Tagen fast überall im Handel.

Inhalt:
Hubert Katzmarz : Eine kleine menschliche Geste
Michael Blasius: Transformation
Joachim Pack: Leiche im Orbit
Andreas Fieberg: How do you voodoo?
Uwe Durst: Maleks Versteck
Andreas Fieberg: Zurück zu den Wurzeln. Ein Jahrhundert der Phantastik

Ein Proband versucht, ein wenig Menschlichkeit in ein medizinisches Experiment zu bringen. // Nur ein einziges Crewmitglied ist fähig, auf einem fremden Planeten einen Erstkontakt herzustellen. // Quicklebendige Astronauten werden von einem Phänomen eingeholt, das sie überwunden glaubten. // Voodoo-Puppen lassen sich auf verschiedene Arten durchbohren, mit verschiedenen Ergebnissen. // Sein klug erdachtes Versteck gerät einem Mörder zur Falle ohne Entrinnen.