pandora

pandoraBeim Durchforsten meiner Sammlung von Literaturmagazinen aus den letzten fünfundzwanzig Jahren, die sich in allen Formen, Größen und Farben in den Regalbrettern und Ordnern tummeln, manche regional beschränkt und nur bei ausgewählten Läden und Copyshops erhältlich, manche sogar mit einer ISSN-Nummer versehen, und auch so einige, die direkt nach der ersten Ausgabe das Erscheinen einstellten, fielen mir wieder die Ausgaben von »pandora« ins Auge. »pandora«, verlegt im Shayol-Verlag, war der Versuch, in Deutschland ein anspruchsvolles Magazin zur Science – fiction und Fantasy herauszugeben. Was Hanns Riffel, vielen bekannt als Mitinhaber der SF-Buchhandlung »Otherland« in Berlin, auf die Füße stellte, hatte es in unserem Lande so lange nicht gegeben. Als großer Freund der »Alien Contact«-Seiten kaufte ich mir die erste Ausgabe sofort nach ihrem Erscheinen und war, anders kann ich es nicht sagen, einigermaßen beeindruckt. Der schon im Vorwort deutlich gemachte Anspruch wurde von Namen wie J.G Ballard, Ursula K Le Guin, Dietmar Dath, Tad Williams und Boris Strugatzki unterstrichen. Das Ganze war eine wilde Mischung aus Prosa und Sachtexten, die alle eins sein wollten: nicht weniger anspruchsvoll als das, was gemeinhin als Genre der realistischen oder mimetischen Literatur fungiert. Passend dazu fand sich auch gleich zu Beginn ein Artikel von Ursula Le Guin zum Thema Genre, der gleichzeitig für die Haltung des Magazins stehen mag. David Pringel scPandora4_Cover_0400pxhrieb seine »Überlegungen zur Novelle« und behandelte damit wohl die edelste Form, in der Literatur erscheinen kann.  Die Prosa und Rezensionen standen dem Anspruch der Sachtexte in nichts nach. Nachdem ich die erste Ausgabe durchgeblättert hatte, bestellte ich ohne zu Zögern ein Abo. Ausgabe 2 und 3 trafen in gewohnter Qualität ein, Band 4 folgte, dann war Schluss. Die fünfte Ausgabe erschien nicht mehr; Hans Riffel und Jakob Schmidt, letzterer seit Ausgabe Nummer 3 als Mitherausgeber dabei, hatten das Handtuch geworfen. Im Vorwort des vierten Bandes wird der Mangel an Zeit genannt, ein solch ambitioniertes Projekt weiter auf dem Niveau zu führen. Auf der Seite des Shayol-Verlags sind die Ausgaben von »pandora« noch erhältlich.

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»Der Neiding 5 – Urd«

Cover Neiding 5

Krankheitsbedingt konnte ich einige Wochen nicht an den Schreibtisch, so dass ich den anvisierten Veröffentlichungstermin für den fünften Teil nicht einhalten konnte. Es ist nie ganz leicht im Vorhinein zu sagen, wann ein Buch fertig ist, zumal »Der Neiding« mein erster Roman ist und ich ihn nebenberuflich schreibe. Andererseits muss ich bei einem Buch aber auch das Gefühl haben, dass die Sache rund ist und mit gutem Gewissen aus der Hand gegeben werden kann. »Der Neiding 5 – Urd«, der um einiges umfangreicher als seine Vorgänger wird, kann voraussichtlich im nächsten Monat erscheinen. Ich glaube, es ist ein guter Teil und hoffe, dass die Leser zu dem Ergebnis kommen, dass sich das Warten darauf gelohnt hat.

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Zwielicht Classic und GU Nr. 5

zwielicht-classic-5In der aktuellen Ausgabe von »Zwielicht Classic« bin ich mit meiner Erzählung »Der Geisterfotograf« vertreten. Ich freue mich über die Publikation in der von Michael Schmidt herausgegebenen Reihe, wundere mich aber immer noch ein wenig darüber, mich in einem Horrormagazin wiederzufinden. Im Sommer wird dann die gedruckte Fassung des eBooks erscheinen.

Außerdem erscheint in den nächsten Tagen die Nummer 5 unserer phantastischen eBook – Reihe »GEGEN UNENDLICH«. Mit der Eröffnungserzählung von Malte S. Sembten startet die Ausgabe mit einer umfangreichen Erzählung. Das Titelbild stammt diesmal von Crossvalley Smith. Mit dabei sind diesmal neben Malte S. Sembten auch noch Peter Nathschläger und Jörg Isenberg, den GU-Leser schon in der Nummer 3 kennengelernt haben.

DIE STORYS:
Malte S. Sembten: »languerous@barron.feu«Cover_GU_5_M
Peter Nathschläger: »Yemoyas Traum«
Michael Blasius: »Jagdmodus«
Andreas Fieberg: »Hirngespinst«
Jörg Isenberg: »Block A«
Joachim Pack: »Eine kurze Bettgeschichte«

AUS DEM INHALT:
Die rätselhafte eMail-Adresse, die es eigentlich nicht geben dürfte, gefunden in einem alten Buch / Die magische Brücke in eine bessere Welt / Zuschauer, die Todesurteile vor dem Fernseher vollstrecken / Die verhängnisvollen Einbildungen einer nervlich zerrütteten Frau / Die Rückkehr der Großen Alten / Das überraschende Ende einer Bettgeschichte // Sechs bizarre Begebenheiten, sechs Facetten der Phantastik, unterhaltsam und pointiert erzählt.

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GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten – Nummer 4

Cover_GU_4_MMittlerweile ist die vierte Ausgabe unserer Phantastikreihe »GEGEN UNENDLICH« erschienen. Diesmal konnten wir für das Coverbild Lothar Bauer gewinnen, der in der Szene seit langem als sehr produktiver Illustrator bekannt ist. Es ist wieder eine spannende und hochwertige Mischung an Erzählungen aus unterschiedlichsten Bereichen der phantastischen Literatur zusammengekommen. Mit Barbara Hundgeburt-Grabow, Monika Niehaus und Silke Jahn-Awe sind diesmal drei Gastautorinnen dabei.

Außerdem wird mit der Nummer 4 eine neue Rubrik eingeführt. Im »Fraktalgenerator« widmen wir uns in kürzeren Texte verschiedenen Phänomen der Phantastik. Persönlich und meinungsstark. Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre!

DIE STORYS:

Michael Blasius: »Karma AG«
Andreas Fieberg: »Das lange Warten«
Barbara Hundgeburt-Grabow: »Spiegelbilder«
Joachim Pack: »Vor dem Rand der Welt«
Monika Niehaus: »Der seltsame Fall des Leutnant Benjamin Abel«
Silke Jahn-Awe: »Betamesser«

AUS DEM INHALT:

Der schockierende Vorleben-Bescheid vom Amt für Identitäten — ein rätselhaftes Kunstwerk auf einem fernen Planeten — die magische Lichtbildnerei einer alten Dame — die Macht des Wissens und die Hilflosigkeit eines paranoiden Wissenschaftlers — ein außergewöhnlicher Fall von Bewußtseinsspaltung — Kulinarisches vom Planeten Omega. — Sechs bizarre Begebenheiten, sechs Facetten der Phantastik, unterhaltsam und pointiert erzählt.

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»Der Neiding 4 – Winter« veröffentlicht

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Der vierte Teil von »Der Neiding« ist fertig und wird in den nächsten Tagen an die Händler ausgeliefert. Somit dürfte er auf den letzten Drücker wie angekündigt noch in diesem Monat bei amazon & Co erhältlich sein. Bei neobooks steht er schon zum Download bereit. Dort gibt es auch eine Leseprobe.

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AOK

Früher galten Krankheiten als eine Strafe Gottes für ein nicht gottgefälliges Leben, heute als eine Konsequenz eines nicht vorbildlich gesunden Lebensstils. Alter Wein in neuen Schläuchen.

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Der Neiding 4 – Winter

Der Neiding - CoverCover Neiding 2Cover_Neiding_3_klCover Neiding 4

 

 

 

Die Arbeit am vierten Teil von »Der Neiding« ist fast abgeschlossen. Seit einer Woche befindet sich der Text im Lektorat, während ich noch etwas am letzten Kapitel feile. Mittlerweile ist das Ende der Reihe in Sicht: ein oder zwei Bände werden es noch werden, dann ist die Saga um die beiden Brüder Arbogast und Farold zu Ende. Zeit für ein kurzes Innehalten. So viele Jahre, wie mich jetzt der Stoff und die Charaktere begleiten, verlasse ich den Neiding mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es hat mich sehr gefreut, die beiden Männer und ihre Sippe kennengelernt zu haben, die irgendwann ihre eigene Dynamik entwickelten, als sie ins Leben traten und ich ihnen nur noch hinterher stürmen musste. Nun muss ich ihnen noch durch das große Finale folgen, bevor sich ihre Spuren endgültig im Nebel der Zeit verlieren, und ich wieder in die Gegenwart zurückkehre. Und da die beiden Brüder bereits das Interesse eines großen Verlages geweckt haben, findet man sie vielleicht auch bald zwischen zwei Buchdeckeln wieder. Es würde mich freuen.

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Lob der Faulheit

Im Guardian erklärt Neil Gaiman, der eine sechsmonatige Auszeit von seinen Social Media  – Aktiviäten plant, wo er die Ideen für seine Geschichten herbekommt :

»People ask me where I get my ideas from«, he said, »and the answer is that the best way to come up with new ideas is to get really bored.«

Das ist in heutigen Zeiten leichter gesagt als getan. Wo Smartphone und Notebook fast immer griffbereit und »always online« sind, wo Internet, Social Media, Computerspiele, Fernsehen und Radio rund um die Uhr für Beschäftigung und Ablenkung sorgen können, ist die Unfähigkeit zur Muße weit verbreitet. Wo jeder vorgibt, immer unglaublich beschäftigt zu sein (und es auch ernsthaft versucht), und Zeit nur etwas ist, was es zu optimieren gilt, sind für Gaiman Theateraufführungen in der Schule ideal gewesen, um den ersehnten Punkt der Langeweile zu erreichen:

»You have to sit there for hours and you can’t read or use a phone or check something on the web. I’ll come out afterwards thinking: ‚Did I just plot out an episode of Dr Who there? I think I did.’«

Anfang des Jahres nun begann Neil Gaimans Social Media – Auszeit. In seinem Journal gibt er ein erstes Resümee:

»Two days in to Neil off Social Media, and it’s interesting. I’ve a novel I’m reading on my phone’s Kindle app, and whenever I would have been tempted to go and look at my Twitter Feed or Tumblr or Facebook, I read Gene Wolfe’s THE LAND ACROSS instead. This is a good thing because 1) it is a very good book, and 2) it reminds me of the joy and power of fiction and 3) it distracts me from what had become a very automatic thing to do.«

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Hand in Hand

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GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten – Nummer 3

cover_gegen_unendlich Rechtzeitig zum Fest erscheint die Weihnachtsausgabe von »GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten«. Besonders freue ich mich, diesmal WordPress-Kollegen Christian Weis als Gastautoren begrüßen zu dürfen. Ich bin mit einer neuen Erzählung aus dem Bereich der historischen Phantastik vertreten. »Der Geisterfotograf« spielt gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts, als die immer stärker aufkommende Fotografie skurille Blüten trieb. Weitere Infos findet Ihr hier.

DIE STORYS:
Michael Blasius, »Der Geisterfotograf«: Ein findiger Fotograf macht sich die Geistergläubigkeit seiner Zeitgenossen zunutze, doch der Betrüger muß sich eines Besseren belehren lassen. // Jörg Isenberg, »Adams Blut«: Vor der Kulisse des vom Krieg heimgesuchten Kosovo kommt es zur mythischen Konfrontation zwischen Adam und Lilith im Kampf um Erlösung. // Thomas Eckhardt, Joachim Pack, Michael Stetzuhn, Michael Vehrs, »Träumen Weihnachtsmänner von elektrischen Rentieren?«: Überläßt man das Weihnachtsgeschäft unkontrollierbaren Mächten, führt das geradewegs in den Weltuntergang. // Andreas Fieberg, »Heute, Kinder, wird’s was geben«: Wenn das Leben ein Geschenk wäre, könnten wir es behalten, meint jedenfalls der Weihnachtsmann. // Christian Weis, »Das Blockhaus«: Ein Autofahrer bleibt in der Einöde eines verschneiten Waldes liegen. Der klassischen Zwickmühle entkommt er auf überraschende Art.

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Writers Against Mass Surveillance

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»Bulpingtonismus-Blupismus«

In der aktuellen Ausgabe des Quarber Merkur findet sich ein Interview mit dem von mir sehr geschätzten Boris Strugatzki, der leider im letzten Jahr verstorben ist. Darin äußert er sich über die Anziehungskraft, die der Realismus auf ihn und seinen Bruder Akardi ausübte. Gleichsam hatten sie Angst , dem sogenannten »Bulpingtonismus-Blupismus« zu verfallen, so nannten sie die »hölzern langweilige Art, das hölzern langweilige , wirkliche Leben« zu schildern. Der Begriff kam auf, nachdem sie von H. G. Wells »The Bulpington of Bulp« gelesen hatten. Obwohl sie Wells als ihren Lieblingsautoren und auch Lehrmeister schätzten, empfanden sie diesen Roman als seinen langweiligsten und schworen sich, niemals derart Schindluder mit ihren Lesern zu treiben. »Und ich glaube«, so fügt Strugatzki in dem Interview hinzu, »wir haben diesen Schwur gehalten«. Sogar der alltäglichste von ihren Romanen, »Das lahme Schicksal«, sei unterhaltsam, weil die in der realen Welt spielende Handlung durch die Anwesenheit Seiner Majestät des Wunders erleuchtet wird.

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K.WEST

100CoverK.West feiert sein 10-jähriges Bestehen. Herzlichen Glückwunsch!

Weiterhin lesenswert: das Interview mit Dietmar Dath: »Unterm Radar der Literaturpriester fliegen«.

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Das Digitale und die Flüchtigkeit

Ich schreibe gerade an einer Erzählung für die Dezemberausgabe von GEGEN UNENDLICH. Neben der Freude an der kurzen Form, die eine Abwechslung zur Arbeit am Roman darstellt, genieße ich das Schreiben von Hand. Ein Notizheft und ein Stift, nichts weiter. Dabei wird mir wieder bewusst, wie flüchtig die Arbeit am Rechner ist. Nicht erst seit dem Datenverlust Anfang des Monats, der mir trotz Sicherheitskopien die Arbeit von einer Woche entriss. Dem Digitalen ist die Flüchtigkeit schon eingeschrieben. Ein Stromausfall, ein technischer Defekt, ein neues Format (was werde ich in zwanzig, dreißig Jahren noch öffnen und lesen können?), die Weiterentwicklungen bei den Datenträgern …
Aber: das Digitale ist beweglich, verfügt über kurze Wege, kann Dinge wagen, die den analogen Medien nicht gelingen wollen, schafft neue Möglichkeiten abseits von Verlagen (und auch neue Abhängigkeiten von den neuen Türstehern, die sich um die Wortproduzenten versammelt haben und sie mit der Leichtigkeit des Seins locken wollen, um an deren Tantiemen teilzuhaben).

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„Ich reite heim und gehe nirgendwo hin.“

u1_978-3-10-007622-9.434854Vor einigen Monaten bin ich auf ein Mammutprojekt des S.Fischer-Verlags aufmerksam geworden, der zu seinem 125jährigen Verlagsbestehen im Jahre 2011 die Isländersagas neu übersetzt hat. Vier dicke Bände sind es geworden und sie haben es in sich. Befreit vom ideologischen Ballast der alten Thule-Ausgaben liegen die Prosatexte in einer starken und bildhaften Sprache vor, die schon Dashiell Hammet, Jorge Luis Borges oder J.R.R. Tolkien bewundert haben. Niedergeschrieben wurden die Sagas von anonymen Verfassern im 13 und 14. Jahrhundert . Die Erzählungen schildern die Erlebnisse von Personen und Familien, die im 1. Jahrhundert Island besiedelten. Die Sagas handeln von Freundschaft, Liebe, Stolz, gekränkter Ehre, Rache, Toschlag und Buße. Wir treten in eine Welt, die „beseelt ist von wütenden Außenseitern, starken Frauen und Rechtskundigen, (…) aber auch von Schadenszauber und Wiedergängern und nicht zuletzt abenteuerlichen Reisen in ferne Länder“. Jede Saga wird von einer fundierten Einleitung und von einem knappen Anmerkungsteil ergänzt. Die umfangreichen vier Bände folgen dabei einer geographischen Ordnung: der erste Band versammelt die Geschichten, die im Süden Islands spielen (unter anderem die berühmte Saga von Egill Skalla-Grimson, die lange Zeit in Deutschland nur antiquarisch zu erstehen gewesen war), Band 2 bringt die Sagas aus dem Westen, der dritte Band spielt im Nordwesten und Band 4 schließlich enthält die Sagas aus dem Nordosten, Osten und dem Ausland.

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GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten – Nummer 2

Cover_GU_2Die zweite Ausgabe von »GEGEN UNENDLICH« ist fertig und wurde heute an den Handel ausgeliefert. Es sind wieder recht unterschiedliche Erzählungen phantastischer Natur dabei. Ich bin mit meiner bislang einzigen Raumschiffsgeschichte vertreten. Die Ausgabe steht schon hier zum Download bereit, oder in den nächsten Tagen fast überall im Handel.

Inhalt:
Hubert Katzmarz : Eine kleine menschliche Geste
Michael Blasius: Transformation
Joachim Pack: Leiche im Orbit
Andreas Fieberg: How do you voodoo?
Uwe Durst: Maleks Versteck
Andreas Fieberg: Zurück zu den Wurzeln. Ein Jahrhundert der Phantastik

Ein Proband versucht, ein wenig Menschlichkeit in ein medizinisches Experiment zu bringen. // Nur ein einziges Crewmitglied ist fähig, auf einem fremden Planeten einen Erstkontakt herzustellen. // Quicklebendige Astronauten werden von einem Phänomen eingeholt, das sie überwunden glaubten. // Voodoo-Puppen lassen sich auf verschiedene Arten durchbohren, mit verschiedenen Ergebnissen. // Sein klug erdachtes Versteck gerät einem Mörder zur Falle ohne Entrinnen.

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Aktuelles

Nachdem ich nun einige Wochen die Finger von der Tastatur genommen habe, begann ich vor einigen Tagen mit dem vierten Band vom Neiding. Wie immer nach einer kurzen Pause verspüre ich eine Freude, wie wenn man heimkommt: die Charaktere, die Orte und die Sprache vergangener Zeit sind mir in den letzten Jahre sehr vertraut geworden und ans Herz gewachsen. Gleichsam steht nun auch die Veröffentlichung unserer Nummer 2 von GEGEN UNENDLICH kurz bevor. Nachdem die kostenlose Sondernummer so rege Nachfrage verzeichnen konnte, freue ich mich sehr, dass mit dieser Anthologie wieder einige Facetten der phantastischen Literatur präsentiert werden können, u.a. mit den Erzählern Uwe Durst und Hubert Katzmarz.

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Abschied von Bleiwenheim

androsf36cover500Nachdem vor einigen Monaten bei p.machinery die gesammelten Werke von Hubert Katzmarz erschienen sind, folgt nun mit »Abschied von Bleiwenheim« ein Gedenkband mit Erzählungen von Kollegen, Freunden und Weggefährten. Mit ihnen wird dem Autor düsterer Phantastik ein literarischer Nachruf bereitet, der in seinen Geschichten von der Unausweichlichkeit des Menschseins berichtet. Seine Charaktere sind Getriebene, ausgeliefert an eine Welt, die ihnen als Feind gegenübertritt. Und immer wieder ist es der Sinn für das Skurrile, ein Humor, mit dem das Unerträgliche abgemildert wird. Abgerundet wird das Buch durch einen Auszug aus einem Roman, den Hubert Katzmarz leider nicht mehr beenden konnte. Der schöne Band wird von einer Covercollage von Thomas Franke geschmückt.

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Extimes: 6

Ein hochbeiniger Igel eilt durch den dunklen Garten. Im Schein der Laterne folgt ihm sein kugeliger Schatten, bevor er sich unter dem Zaun hindurchdrückt und die Straße überquert.

Das Waschen der Lammleber, die wie ein geöffnetes Buch in den Händen liegt.

Im Supermarkt ein kleines Mädchen mit aufgemaltem Löwengesicht.

Drei junge Frauen sitzen in der nächtlichen Straße auf dem Bürgersteig, zwischen Litfaßsäule und Hauswand, und unterhalten sich leise. In der autoleeren Ruhe sitzen sie entspannt beisammen wie in einem Wohnzimmer.

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Friedlos

Cover_Neiding_3_klDer dritte Teil meines historischen Romans »Der Neiding« ist fertig und wird an die Händler ausgeliefert. Auf neobooks steht das eBook schon zum Download bereit. »Friedlos« fällt in eine Zeit großer politischer Umwälzungen (wie man heute sagen würde) und kriegerischer Auseinandersetzungen. Während Arbogast mit seinem Gesippten Rolant seine Rache verfolgt und sich auf die Suche nach Farold macht, geht das Land nach und nach im Chaos unter. Dies war sehr reizvoll umzusetzen, da ich der Versuchung widerstehen musste, Arbogast mitten in die Ereignisse zu werfen, gleichzeitig die Geschehnisse dem Leser aber plastisch vor Augen führen wollte. Wie nimmt ein Mann, der von einer Sache besessen ist, die Veränderungen um sich herum wahr? Gleichzeitig stelle ich den Sachsenkrieg nun auch verstärkt aus Sicht der Franken dar.

Aus dem Klappentext: »Im ganzen Gebiet der Sachsen kommt es zu Aufständen gegen die fränkischen Besatzer und die sächsischen Adeligen, die sich Karl dem Großen unterworfen haben. Arbogast nimmt mit Rolant die Verfolgung von Farold auf, um ihn zu töten und das Heil seiner Sippe wieder herzustellen. Aus der Bewusstlosigkeit erwacht, findet sich Farold im Kloster Fulda wieder, doch seine Verletzungen sind schwer und er schwebt zwischen Leben und Tod. Währenddessen kommt es zu einer großen Schlacht am Süntelgebirge, bei der die Franken vernichtend von den vereinten Sachsenstämmen unter Herzog Widukind geschlagen werden. Doch die Rache des mächtigen Frankenkönigs Karl folgt sofort: in Verden lässt er Tausende von sächsischen Geiseln hinrichten.«

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Die Lust des Fabulierers

In seinem Vorwort zu »Der Name der Rose« schreibt Umberto Eco, dass es heutzutage der Trost des homme de lettres sei, wieder schreiben zu dürfen aus reiner Liebe zum Schreiben. 1968 war ihm ein Buch aus der Feder eines Abbé Vallet in die Hände gefallen, das ihn so fesselte, dass es die Keimzelle für seinen historischen Roman um ein italienische Benediktinerkloster und seine Bibliothek wurde. Zu dieser Zeit, berichtet Eco, war es die gängige Überzeugung, nur schreiben zu dürfen aus Engagement für die Gegenwart und im Bestreben, die Welt zu verändern. Zehn Jahre später nun fühle er sich frei, aus schierer Lust am Fabulieren die Geschichte des Adson von Melk zu erzählen. Und es schiene ihm tröstlich, dass diese Geschichte so unendlich fern in der Zeit ist und so herrlich frei von allen Bezügen der Gegenwart.
Lange Zeit schienen die Fabulierer fast ausschließlich auf fremden Pfaden weitab der Gegenwart und der Realität zu wandeln , als würde der Blick aus dem Fenster die Lust am Fabulieren ersticken. Sie siedelten ihre Stoffe in ferner Vergangenheit oder Zukunft an, erschufen Phantasiewelten und fremde  Rassen, als halte die Gegenwart keine starken Stoffe mehr bereit – oder als hemme sie die Phantasie. Realistische Mainstreamprosa hingegen verlor sich in alltäglichen Kleinigkeiten, während der große erzählerische Wurf anderen Zeiten oder Welten vorbehalten schien. Frei von dem Anspruch, die Welt erklären zu müssen und sich in Bedeutungsschwangerschaft zu verlieren, kam eine erzählerische Haltung zu neuen Ehren,  dass es ausreichend sei, sich auf das Erzählen einer Geschichte zu konzentrieren, dass dieses Arbeiten mit Bildern und Modellen alles einzufangen vermag, was das Leben und die Welt ausmacht – und dies in einer Sprache zu uns bringt, die wir nicht erst aus dem Abstrakten übersetzen müssen.

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Extimes: 5

Die Ruhe eines Sonntagvormittags auf dem Weg zum Bäcker. Die noch ofenwarmen Brötchen in der Tüte. Auf dem Rückweg teilen wir uns ein Schokoladencroissant und haben unser Frühstück auf dem Bürgersteig.

Die sonnenbeschienen Lavendelsträucher hängen voller Hummeln, die ihre rundlichen Gestalten auf den langstieligen Blüten balancieren.

In jeder Straße Mädchen, die ihre Handys wie eine kleine Gottheit vor sich hertragen.

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Der Neiding 3 – Friedlos

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Heute habe ich die Überarbeitung des letzten Kapitels beendet. Der dritte Teil hat etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als eingeplant, ist dafür aber auch ein wenig dicker als sein Vorgänger geworden. Jetzt geht das Manuskript ins Lektorat, und wird vermutlich innerhalb der nächsten 10-12 Tage bei den Händlern gelistet sein.

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Tschick

»Die Welt ist schlecht und der Mensch ist auch schlecht. Trau keinem, geh nicht mit Fremden. Das hatten mir meine Eltern erzählt. Und das Fernsehen erzählt es auch. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch  war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.«

Wolfgang Herrndorf
1965 – 2013

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Extimes: 4

Mächtig aufgetürmte Wolken, im oberen Drittel vom Sonnenlicht erhellt, zwischen denen sich der blaue Himmel erstreckt. Ergreifende Schönheit beim Betrachten.

Die ältere Frau in der Buchhandlung am Tisch mit den erotischen Bildbänden zwischen einer Handvoll Männern. Bleibt fast eine Viertelstunde und nimmt ein Buch nach dem anderen zur Hand.

Nachts die Möwen an der Kennedybrücke. Sitzen auf dem Geländer oder lassen sich im Wind über den dunklen Gewässern treiben.

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