Archiv der Kategorie: Phantastik

Eine Dauerausschreibung: GEGEN UNENDLICH

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Covermotiv: Michael Hutter

Die Anthologiereihe »GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten« versammelt dreimal jährlich herausragende Kurzgeschichten des Genres. Anfangs ausschließlich als eBook herausgebracht, erscheint die Reihe inzwischen auch als Taschenbuch im Verlag p.machinery.
Die Herausgeber Awe/Fieberg/Pack sind ständig auf der Suche nach frischen Texten, kreativen Ideen und originellen Einfällen, die dazu geeignet sind, dem Genre neue Impulse zu geben.
Die Herausgeber verstehen GEGEN UNENDLICH als ein Kurzgeschichtenmagazin, in dem vor allem das Ungewöhnliche, Neu- und Andersartige seinen Platz findet. Dabei bieten sie auch bislang unentdeckten Talenten die Möglichkeit, neben etablierten Autoren zu publizieren, denn das Entscheidende ist ein guter Text – fantastisch und mitreißend.

Manuskripte inkl. Kurzvita sind an Michael J. Awe unter eMail gegen_unendlich@gmx.de zu senden.
Anforderungen: Umfang von 3 bis 25 Normseiten (entspricht 5.400 bis 45.000 Zeichen), linksbündig (Flattersatz), 12 Punkt, Zeilenabstand anderthalbzeilig, Dateiformat *.doc oder *.rtf ohne Textauszeichnungen. Als Anführungszeichen sind » und « (ALT+0187 bzw. ALT+0171) zu verwenden.
Bitte nur unveröffentlichte Kurzgeschichten einreichen. Die Rechte an den Kurzgeschichten verbleiben bei den Autoren. Jeder Autor erhält ein Freiexemplar und 30 % Autorenrabatt auf weitere Exemplare, die beim Verlag zu bestellen sind.

Infos auf Facebook

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»GEGEN UNENDLICH«: Die Jubiläumsnummer

GU 10 CoverMitten in unseren Umzug fiel die Veröffentlichung der Jubiliäumsnummer von »GEGEN UNENDLICH«. Seit knapp zwei Jahren und mit nunmehr der zehnten Ausgabe bringt die ebook-Reihe aus dem weiten Feld der phantastischen Literatur einen bunten Mix zeitgenössischer und klassischer Autoren.
Auch diesmal haben wir wieder eine abwechslungsreiche Sammlung für unsere LeserInnen zusammengestellt. Lesen Sie in der Jubiläumsnummer von verblüffenden Erfindungen, von denen Unbefugte besser die Finger lassen (Uwe Hermann, »Der Einfänger«), von Weltraumjägern, deren Kindheitssehnsucht sich auf grausame Weise erfüllt (Silke Jahn-Awe, »Kampfpiloten«), und von einem »Haus am Ende der Träume« (Michael Siefener). In der Klassiker-Abteilung gibt es diesmal nicht weniger als drei Beiträge, und zwar eine Neuübersetzung von Sakis boshafter Geschichte »Die Musik auf dem Hügel«, eine Übersetzung von Julius Longs verstörender Story »Der bleiche Gast« (im Original zuerst im »Weird Tales Magazine« erschienen) und eine Neuveröffentlichung von Hanns Heinz Ewers surrealer Groteske »Mein Begräbnis«. Daneben sind wie gewohnt die Herausgeber Blasius, Fieberg und Pack mit je einem Beitrag vertreten.
Das Titelmotiv stammt diesmal wieder von Stefan Böttcher und ist eines meiner Favoriten. Anlässlich des Jubiläums haben wir die künstlerischen Vorlagen für die zurückliegenden Titelillustrationen Revue passieren lassen und die Coverbilder aller Ausgaben versammelt. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

GEGEN UNENDLICH Nr. 8

cover_gegen_unendlichZu Beginn der dunklen Jahreszeit erscheint die Nummer 8 unserer eBook-Reihe im entsprechenden Gewandt, welches uns von Crossvalley Smith auf den Leib geschneidert wurde. Die Erzählungen in der aktuellen Ausgabe handeln von Gespenstern und dem Tod, rheinischem Karneval und einem Kostümball, der ein böses Ende nimmt, von einer fatalen Séance und einer widerrechtlichen Erbschaft, die sich gegen ihren Erben richtet, einem Kuhhandel mit dem Jenseits und der digitalen Weiterentwicklung des Geschichtenerzählens, mit dem sich der Kreis von Alt und Neu schließt.

DIE STORYS:

Michael Blasius: »Der Geist von Melaten«
Christian Weis: »Romangeister«
Joachim Pack: »Die Liste«
Michael Siefener: »Das Erbe«
Andreas Fieberg: »Wo sich die Geister scheiden«
Gustav Meyrink: »Der Mann auf der Flasche«

Voyager

1781119_623916197685999_555754049270840656_oLange hat mir keine Neueröffnung in Bonn, dieser bissig-spießigen, zum bildungsbürgerlichen Mainstream neigenden Stadt, solche Freude gemacht wie das neue Projekt einiger Unentwegter: das Voyager. Hier finden Brettspieler, Nerds, Science-Fiction und Fantasy-Fans ein neues Zuhause. Unbedingt mal reinschauen, wenn man in der Nähe ist. Das Voyager ist ein schönes Beispiel dafür, dass eine Stadt nicht dadurch interessanter wird, dass Tausende neue Mitarbeiter von Post, Telekom und Postbank hinziehen, sondern dass kreative Köpfe was auf die Füße stellen. Die Getränkekarte lockt mit etlichen, sehr leckeren Sachen, und für das leibliche Wohl ist auch gesorgt.

pandora

pandoraBeim Durchforsten meiner Sammlung von Literaturmagazinen aus den letzten fünfundzwanzig Jahren, die sich in allen Formen, Größen und Farben in den Regalbrettern und Ordnern tummeln, manche regional beschränkt und nur bei ausgewählten Läden und Copyshops erhältlich, manche sogar mit einer ISSN-Nummer versehen, und auch so einige, die direkt nach der ersten Ausgabe das Erscheinen einstellten, fielen mir wieder die Ausgaben von »pandora« ins Auge. »pandora«, verlegt im Shayol-Verlag, war der Versuch, in Deutschland ein anspruchsvolles Magazin zur Science – fiction und Fantasy herauszugeben. Was Hanns Riffel, vielen bekannt als Mitinhaber der SF-Buchhandlung »Otherland« in Berlin, auf die Füße stellte, hatte es in unserem Lande so lange nicht gegeben. Als großer Freund der »Alien Contact«-Seiten kaufte ich mir die erste Ausgabe sofort nach ihrem Erscheinen und war, anders kann ich es nicht sagen, einigermaßen beeindruckt. Der schon im Vorwort deutlich gemachte Anspruch wurde von Namen wie J.G Ballard, Ursula K Le Guin, Dietmar Dath, Tad Williams und Boris Strugatzki unterstrichen. Das Ganze war eine wilde Mischung aus Prosa und Sachtexten, die alle eins sein wollten: nicht weniger anspruchsvoll als das, was gemeinhin als Genre der realistischen oder mimetischen Literatur fungiert. Passend dazu fand sich auch gleich zu Beginn ein Artikel von Ursula Le Guin zum Thema Genre, der gleichzeitig für die Haltung des Magazins stehen mag. David Pringel scPandora4_Cover_0400pxhrieb seine »Überlegungen zur Novelle« und behandelte damit wohl die edelste Form, in der Literatur erscheinen kann.  Die Prosa und Rezensionen standen dem Anspruch der Sachtexte in nichts nach. Nachdem ich die erste Ausgabe durchgeblättert hatte, bestellte ich ohne zu Zögern ein Abo. Ausgabe 2 und 3 trafen in gewohnter Qualität ein, Band 4 folgte, dann war Schluss. Die fünfte Ausgabe erschien nicht mehr; Hans Riffel und Jakob Schmidt, letzterer seit Ausgabe Nummer 3 als Mitherausgeber dabei, hatten das Handtuch geworfen. Im Vorwort des vierten Bandes wird der Mangel an Zeit genannt, ein solch ambitioniertes Projekt weiter auf dem Niveau zu führen. Auf der Seite des Shayol-Verlags sind die Ausgaben von »pandora« noch erhältlich.

Zwielicht Classic und GU Nr. 5

zwielicht-classic-5In der aktuellen Ausgabe von »Zwielicht Classic« bin ich mit meiner Erzählung »Der Geisterfotograf« vertreten. Ich freue mich über die Publikation in der von Michael Schmidt herausgegebenen Reihe, wundere mich aber immer noch ein wenig darüber, mich in einem Horrormagazin wiederzufinden. Im Sommer wird dann die gedruckte Fassung des eBooks erscheinen.

Außerdem erscheint in den nächsten Tagen die Nummer 5 unserer phantastischen eBook – Reihe »GEGEN UNENDLICH«. Mit der Eröffnungserzählung von Malte S. Sembten startet die Ausgabe mit einer umfangreichen Erzählung. Das Titelbild stammt diesmal von Crossvalley Smith. Mit dabei sind diesmal neben Malte S. Sembten auch noch Peter Nathschläger und Jörg Isenberg, den GU-Leser schon in der Nummer 3 kennengelernt haben.

DIE STORYS:
Malte S. Sembten: »languerous@barron.feu«Cover_GU_5_M
Peter Nathschläger: »Yemoyas Traum«
Michael Blasius: »Jagdmodus«
Andreas Fieberg: »Hirngespinst«
Jörg Isenberg: »Block A«
Joachim Pack: »Eine kurze Bettgeschichte«

AUS DEM INHALT:
Die rätselhafte eMail-Adresse, die es eigentlich nicht geben dürfte, gefunden in einem alten Buch / Die magische Brücke in eine bessere Welt / Zuschauer, die Todesurteile vor dem Fernseher vollstrecken / Die verhängnisvollen Einbildungen einer nervlich zerrütteten Frau / Die Rückkehr der Großen Alten / Das überraschende Ende einer Bettgeschichte // Sechs bizarre Begebenheiten, sechs Facetten der Phantastik, unterhaltsam und pointiert erzählt.

GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten – Nummer 4

Cover_GU_4_MMittlerweile ist die vierte Ausgabe unserer Phantastikreihe »GEGEN UNENDLICH« erschienen. Diesmal konnten wir für das Coverbild Lothar Bauer gewinnen, der in der Szene seit langem als sehr produktiver Illustrator bekannt ist. Es ist wieder eine spannende und hochwertige Mischung an Erzählungen aus unterschiedlichsten Bereichen der phantastischen Literatur zusammengekommen. Mit Barbara Hundgeburt-Grabow, Monika Niehaus und Silke Jahn-Awe sind diesmal drei Gastautorinnen dabei.

Außerdem wird mit der Nummer 4 eine neue Rubrik eingeführt. Im »Fraktalgenerator« widmen wir uns in kürzeren Texte verschiedenen Phänomen der Phantastik. Persönlich und meinungsstark. Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre!

DIE STORYS:

Michael Blasius: »Karma AG«
Andreas Fieberg: »Das lange Warten«
Barbara Hundgeburt-Grabow: »Spiegelbilder«
Joachim Pack: »Vor dem Rand der Welt«
Monika Niehaus: »Der seltsame Fall des Leutnant Benjamin Abel«
Silke Jahn-Awe: »Betamesser«

AUS DEM INHALT:

Der schockierende Vorleben-Bescheid vom Amt für Identitäten — ein rätselhaftes Kunstwerk auf einem fernen Planeten — die magische Lichtbildnerei einer alten Dame — die Macht des Wissens und die Hilflosigkeit eines paranoiden Wissenschaftlers — ein außergewöhnlicher Fall von Bewußtseinsspaltung — Kulinarisches vom Planeten Omega. — Sechs bizarre Begebenheiten, sechs Facetten der Phantastik, unterhaltsam und pointiert erzählt.

GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten – Nummer 3

cover_gegen_unendlich Rechtzeitig zum Fest erscheint die Weihnachtsausgabe von »GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten«. Besonders freue ich mich, diesmal WordPress-Kollegen Christian Weis als Gastautoren begrüßen zu dürfen. Ich bin mit einer neuen Erzählung aus dem Bereich der historischen Phantastik vertreten. »Der Geisterfotograf« spielt gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts, als die immer stärker aufkommende Fotografie skurille Blüten trieb. Weitere Infos findet Ihr hier.

DIE STORYS:
Michael Blasius, »Der Geisterfotograf«: Ein findiger Fotograf macht sich die Geistergläubigkeit seiner Zeitgenossen zunutze, doch der Betrüger muß sich eines Besseren belehren lassen. // Jörg Isenberg, »Adams Blut«: Vor der Kulisse des vom Krieg heimgesuchten Kosovo kommt es zur mythischen Konfrontation zwischen Adam und Lilith im Kampf um Erlösung. // Thomas Eckhardt, Joachim Pack, Michael Stetzuhn, Michael Vehrs, »Träumen Weihnachtsmänner von elektrischen Rentieren?«: Überläßt man das Weihnachtsgeschäft unkontrollierbaren Mächten, führt das geradewegs in den Weltuntergang. // Andreas Fieberg, »Heute, Kinder, wird’s was geben«: Wenn das Leben ein Geschenk wäre, könnten wir es behalten, meint jedenfalls der Weihnachtsmann. // Christian Weis, »Das Blockhaus«: Ein Autofahrer bleibt in der Einöde eines verschneiten Waldes liegen. Der klassischen Zwickmühle entkommt er auf überraschende Art.

»Bulpingtonismus-Blupismus«

In der aktuellen Ausgabe des Quarber Merkur findet sich ein Interview mit dem von mir sehr geschätzten Boris Strugatzki, der leider im letzten Jahr verstorben ist. Darin äußert er sich über die Anziehungskraft, die der Realismus auf ihn und seinen Bruder Akardi ausübte. Gleichsam hatten sie Angst , dem sogenannten »Bulpingtonismus-Blupismus« zu verfallen, so nannten sie die »hölzern langweilige Art, das hölzern langweilige , wirkliche Leben« zu schildern. Der Begriff kam auf, nachdem sie von H. G. Wells »The Bulpington of Bulp« gelesen hatten. Obwohl sie Wells als ihren Lieblingsautoren und auch Lehrmeister schätzten, empfanden sie diesen Roman als seinen langweiligsten und schworen sich, niemals derart Schindluder mit ihren Lesern zu treiben. »Und ich glaube«, so fügt Strugatzki in dem Interview hinzu, »wir haben diesen Schwur gehalten«. Sogar der alltäglichste von ihren Romanen, »Das lahme Schicksal«, sei unterhaltsam, weil die in der realen Welt spielende Handlung durch die Anwesenheit Seiner Majestät des Wunders erleuchtet wird.

GEGEN UNENDLICH. Phantastische Geschichten – Nummer 2

Cover_GU_2Die zweite Ausgabe von »GEGEN UNENDLICH« ist fertig und wurde heute an den Handel ausgeliefert. Es sind wieder recht unterschiedliche Erzählungen phantastischer Natur dabei. Ich bin mit meiner bislang einzigen Raumschiffsgeschichte vertreten. Die Ausgabe steht schon hier zum Download bereit, oder in den nächsten Tagen fast überall im Handel.

Inhalt:
Hubert Katzmarz : Eine kleine menschliche Geste
Michael Blasius: Transformation
Joachim Pack: Leiche im Orbit
Andreas Fieberg: How do you voodoo?
Uwe Durst: Maleks Versteck
Andreas Fieberg: Zurück zu den Wurzeln. Ein Jahrhundert der Phantastik

Ein Proband versucht, ein wenig Menschlichkeit in ein medizinisches Experiment zu bringen. // Nur ein einziges Crewmitglied ist fähig, auf einem fremden Planeten einen Erstkontakt herzustellen. // Quicklebendige Astronauten werden von einem Phänomen eingeholt, das sie überwunden glaubten. // Voodoo-Puppen lassen sich auf verschiedene Arten durchbohren, mit verschiedenen Ergebnissen. // Sein klug erdachtes Versteck gerät einem Mörder zur Falle ohne Entrinnen.

Aktuelles

Nachdem ich nun einige Wochen die Finger von der Tastatur genommen habe, begann ich vor einigen Tagen mit dem vierten Band vom Neiding. Wie immer nach einer kurzen Pause verspüre ich eine Freude, wie wenn man heimkommt: die Charaktere, die Orte und die Sprache vergangener Zeit sind mir in den letzten Jahre sehr vertraut geworden und ans Herz gewachsen. Gleichsam steht nun auch die Veröffentlichung unserer Nummer 2 von GEGEN UNENDLICH kurz bevor. Nachdem die kostenlose Sondernummer so rege Nachfrage verzeichnen konnte, freue ich mich sehr, dass mit dieser Anthologie wieder einige Facetten der phantastischen Literatur präsentiert werden können, u.a. mit den Erzählern Uwe Durst und Hubert Katzmarz.

Abschied von Bleiwenheim

androsf36cover500Nachdem vor einigen Monaten bei p.machinery die gesammelten Werke von Hubert Katzmarz erschienen sind, folgt nun mit »Abschied von Bleiwenheim« ein Gedenkband mit Erzählungen von Kollegen, Freunden und Weggefährten. Mit ihnen wird dem Autor düsterer Phantastik ein literarischer Nachruf bereitet, der in seinen Geschichten von der Unausweichlichkeit des Menschseins berichtet. Seine Charaktere sind Getriebene, ausgeliefert an eine Welt, die ihnen als Feind gegenübertritt. Und immer wieder ist es der Sinn für das Skurrile, ein Humor, mit dem das Unerträgliche abgemildert wird. Abgerundet wird das Buch durch einen Auszug aus einem Roman, den Hubert Katzmarz leider nicht mehr beenden konnte. Der schöne Band wird von einer Covercollage von Thomas Franke geschmückt.

GEGEN UNENDLICH: Sondernummer gratis

COVER_GU_SNHeute ist die Sondernummer von GEGEN UNENDLICH  erschienen. Von mir ist die Erzählung „Dienstag, zwölf Uhr“ dabei. Daneben finden sich noch vier weitere, sehr schöne Erzählungen. Die Sondernummer von GU steht fast überall im Handel zum kostenlosen Download bereit.

Silke Jahn-Awe: Tank 142
Michael Blasius: Dienstag, zwölf Uhr
Norbert Golluch: Die virtuelle Familie
Andreas Fieberg: Wohnungsnot
Joachim Pack: Lift!
Michael Blasius: Die Bibliothek von Babel

Macht es wie Gottes Sohn, werdet Mensch – so könnte die Botschaft in einer Welt lauten, die die Hölle ist. // Der Geist der Vergangenheit lässt einen polnischen Partisanen nicht mehr los. // Das Update ist da, Zukunft 2.0 übernimmt das Ruder. // Jemand sucht eine Wohnung und findet statt dessen sein Schicksal. // Ziemlich mitgenommen wirkt auf dem Planeten Vingart ein irdischer Besatzer bei seiner Begegnung mit einem Einheimischen.

GEGEN UNENDLICH Sonderausgabe

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Die neue Ausgabe von GEGEN UNENDLICH steht in den Startlöchern. Diesmal haben wir uns zwei Gastautoren eingeladen: Norbert Golluch und Silke Jahn-Awe. In zwei Wochen erscheint die Sonderausgabe als eBook überall im Handel.  Das tolle Cover wurde wie üblich von Andreas Fieberg gestaltet.

Die Nase

Es gibt Geschichten, die eine Initialzündung bewirken, wenn man auf sie trifft. Die ideale Kombination aus dem richtigen Buch zur richtigen Zeit. Eine dieser Geschichten ist für mich „Die Nase“ von Nikolai Gogol. Ich stöberte als Jugendlicher in der neu gebauten Stadtbücherei in Münster, als mir eine knallrote Ausgabe von Diogenes in die Hände fiel: Gogol, Meistererzählungen. Gehört hatte ich diesen Namen noch nicht, aber ich las das Vorwort von Sigismund von Radecki, las immer weiter, setzte mich hin, begann mit der ersten Erzählung aus dem Band, „Die Nase“, und war fasziniert: der schnurrige Ton, die groteske Begebenheit eines Mannes, dessen Nase sich eines Tages nicht mehr in seinem Gesicht befindet, die Suche nach dem guten Stück, die Konfrontation mit der Nase, die mittlerweile eine Offiziersuniform trägt und durchaus selbstbewusst ihre Unabhängigkeit behauptet, bis hin zum Ende … Während des Lesens spürte ich, dass ich hier etwas gefunden hatte, von dem ich nicht einmal gewusst hatte, es zu suchen. Hier war eine phantastische Erzählung, die einen literarischen Anspruch geltend machte, die sich wenig um Konventionen kümmerte. Ich lief in die nächste Buchhandlung und kaufte mir die Ausgabe. Bis heute hat Gogol nichts von seiner Faszination verloren, zwar kamen mitunter andere Autoren, die ihn für kurze Zeit verdrängten, die wichtiger, gewichtiger, erschienen, doch immer wieder kehrte ich zu dieser leichten, düsteren Art der Phantastik zurück, die doch im Grunde ihres Herzens das Traurigste ist, was ein Mensch zu schreiben vermag.

Otherland

Wer mal in Berlin ist und phantastische Literatur schätzt, sollte einen Besuch in der Buchhandlung Otherland einplanen. In keiner anderen deutschen Buchhandlung habe ich bislang ein so gutes und großes Sortiment neuer und gebrauchter Bücher aus den Bereichen Science-Fiction, Fantasy, Horror und allgemeiner Phantastik gefunden. Hannes Riffel, Co-Inhaber der Buchhandlung, leitet außerdem den kleinen, aber feinen Golkonda-Verlag, der zurzeit die Werkausgabe von den Strugatzkis herausgibt, die parallel bei Heyne als Taschenbuchreihe erscheint. Und für alle, die nicht in Berlin wohnen, bietet Otherland auch einen Bestell- und Versandservice an.

Der Rote Löwe

Bei manchen Büchern ist es ein kleines Wunder, sie heute in den Händen zu halten. Der Weg von Mária Szepes berühmten Roman „Der Rote Löwe“, ist von Zufällen und Unwägbarkeiten begleitet gewesen, und hat doch auf verschlungenen Pfaden alle Widrigkeiten überstanden. Scepes schrieb den „Roten Löwen“ während des Zweiten Weltkrieges, und als sie ihn 1945 abschloss, war aus der geplanten Novelle ein umfangreicher Roman geworden. Er wurde 1946 in Ungarn veröffentlicht, aber schon bald unter dem neuen Regime als nicht systemkonform eingestuft und verboten. Als die Anweisung erlassen wurde, alle Ausgaben des Romans zu vernichten, schien das Schicksal von „Der Rote Löwe“ besiegelt zu sein und nur durch die Hilfe eines befreundeten Bibliothekars namens Bela Hamvas gelang es der Autorin, vier Ausgaben zu retten. Jahrzehntelang kursierten von Lesern abgetippte Varianten des Buches im Untergrund.

Der Roman erzählt die Geschichte des jungen Alchimisten Hans Burger, der im 16. Jahrhundert den „Roten Löwen“ entdeckt, ein Pulver, das ewiges Leben verspricht. Er tötet seinen Lehrmeister, um in dessen Besitz zu kommen und nimmt das Pulver zu sich. Damit beginnt eine endlose Reise durch die Jahrhunderte, doch in jeder neuen Existenz verfolgt ihn sein Verbrechen.

Nach Deutschland fand das Manuskript in den 70ern. Die von Werner Fuchs, Ronald M. Hahn und Hans Joachim Alpers gegründete Literaturagentur namens Utopop hatte es sich zur Aufgabe gemacht, der einseitigen Fixierung auf englischsprachige Literaturimporte entgegen zu treten und den deutschen Verlagen ein breites Spektrum deutscher und internationaler Science Fiction und Phantastik anzubieten. Schließlich kam Ende der 70er Jahre ein Kontakt mit Mária Szepes zustande, die zum Glück der deutschen Sprache mächtig war, und bald schon machte sich ein Exemplar von „A vörös oroszalan“ auf den Weg. Es handelte sich dabei aber nicht, wie die Mitarbeiter von Utopop feststellen mussten, um ein Buch, sondern um eines der abgetippten Exemplare, und da keiner von ihnen Ungarisch beherrschte, wurde das Manuskript fotokopiert und an verschiedene Verlage geschickt. Es stellte sich heraus, dass keiner der deutschen Verlage mit diesem merkwürdigen Manuskript etwas anfangen konnte. Wolfgang Jeschke trieb schließlich einen Übersetzer auf und ließ ihn ein Gutachten erstellen, das begeistert ausfiel. Also kaufte Heyne das Manuskript. Die deutsche Fassung von „Der Rote Löwe“ erschien 1984 als Taschenbuch und wurde ein großer Erfolg.

Schwierige Lieblingsbücher

Vor Jahren stieß ich auf die Novelle „Mit den Toten geboren“ von Robert Silverberg. Sie befand sich in einem Sammelband mit zwei weiteren Werken dieses Autors, alle gleichsam hoch dekoriert. Die Ausgabe war nicht die schönste, aber als ich den Anfang der Novelle las, faszinierte mich ihr Ton und ich spürte ein Staunen darüber, wie emotional diese Geschichte war. Bis dahin war ich eher an die technische Seite der SF-Literatur geraten, die mitunter intellektuell herausfordernd war, aber mich nie ergriffen hatte. Mit einem Satz: ich war begeistert. Ich lieh sie einem Freund, ebenfalls Autor phantastischer Literatur, der gute Sachen zu schätzen wusste, und freute mich auf sein Urteil. Als er mir das Buch zurück gab, sah er mich an wie drei Tage Regenwetter: er hätte noch nie etwas so Langweiliges gelesen wie diese Geschichte, sie wäre absolut unerträglich gewesen. Ich war baff.

Bis heute gehört „Mit den Toten geboren“ zu meiner Lieblingslektüre. Es ist sicherlich eines von den Büchern, die man lieben oder hassen kann, aber die wenigsten werden ihm gleichgültig gegenüber stehen. Jahre später verschwand der Band aus meinem Besitz, nachdem ich ihn verliehen hatte, und lange Zeit versuchte ich ihn gebraucht zu erstehen. Erst durch Zufall fand ich einen Händler auf der Essener „Spiel“, der eine andere Ausgabe dieser Novelle besaß, hier war sie mit zwei weiteren Erzählungen unter dem Titel „Drei Novellen über den menschlichen Geist“ versammelt. Ich musste nicht lange überlegen, kaufte sie und tütete sie ein. Ich versuchte einem Freund, der mich begleitete, meine irrsinnige Freude zu erklären, er nickte nur und lächelte mich nachsichtig an.

Hubert Katzmarz – Gesammelte Werke

Per Post kamen die beiden Bände der gesammelten Werke von Hubert Katzmarz an. p.machinery hat die Erzählungen und Gedichte des leider viel zu früh verstorbenen Bonner Autoren mit kongenialen Covercollagen von Thomas Franke herausgebracht. Die Bücher sind echte Handschmeichler und eine wahre Augenweide. Ein Lesetipp für all diejenigen, die phantastische Literatur auch zu schätzen wissen, wenn sie ab und an ein wenig sperrig daher kommt.

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