Das Freibad hat schon geschlossen. Durch das Eingangsgitter fällt der Blick auf die große Traglufthalle über dem Schwimmbecken. Es ist niemand mehr zu sehen, nur im Kassenhäuschen brennt noch Licht. Von nebenan ertönt lautes Gelächter aus der Umkleide des Fußballplatzes.

Das Turmhaus in Friesdorf. Im Laufe der Jahrhunderte hat dieses Gebäude viele Besitzer gehabt und steht mittlerweile als ehrwürdiges Baudenkmal unter Denkmalschutz. Seine Entstehung verliert sich im Nebel der Geschichte, irgendwann im 12. oder 13 Jahrhundert wurde es von der Familie von Friesdorf als ritterliches Hofgut erbaut. Kommt man vom Annaberger Hof runter, markiert sein Anblick den nahen Ortskern.

Unbeeindruckt von den Themen der Zeit geht die Natur ihren Gang. Ihr ewiger Rhythmus kümmert sich nicht um die Menschheit und ihren Aufregungen. Kurz vor dem Ende noch ein Feuerwerk an Farben, bevor die Winterruhe einsetzt

Die Büros sind verlassen, die Autos fort. Die beleuchtete Fassade des Parkhauses gibt den Blick auf die leeren Parkdecks frei. Neonröhren und Asphalt. Auf der gegenüberliegenden Bahntrasse fährt ein Zug vorbei, dann kehrt wieder Ruhe ein.

Der Platz atmet Funktionalität. Zwischen den großen, modernen Zweckbauten entlanggehend steht man auf einmal auf einer freien Fläche. Hier sollen sich Menschen in Seminar- und Kongresspausen erholen können. Betonwürfel schaffen Sitzgelegenheiten und dienen als Befahrschutz. Ein Rollerfahrer freut sich am glatten Bodenbelag. Am Rand des Platzes ertönen spanische Gesprächsfetzen und das Lachen von Frauen. Die Stimmung ist entspannt.

Auf einer Verkehrsinsel gelegen, umbrandet von einer vierspurigen Bundesstraße und unmittelbar an den Schienen der Stadtbahn, steht das Hochkreuz wie ein Bote aus einer anderen Zeit. Zwischen Augenklinik, Fitnessstudio und Tankstelle ausharrend ist die gotische Votivsäule aber bloß eine Kopie, das Original aus dem Jahr 1333 steht schon lange im Museum.

Es ist kalt geworden. Im Hotelrestaurant sitzen die Gäste beim Abendessen. Vom nahen Godesberger Bahnhof weht eine Ansage herüber, ein Regionalexpress fährt quietschend ein. Die hohen Fenster in den Gründerzeitbauten beleuchten die Straßen des Villenviertels, vereinzelte Passanten eilen mit Einkaufstaschen nach Hause.