Archiv für den Monat August 2013

Der Neiding 3 – Friedlos

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Heute habe ich die Überarbeitung des letzten Kapitels beendet. Der dritte Teil hat etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als eingeplant, ist dafür aber auch ein wenig dicker als sein Vorgänger geworden. Jetzt geht das Manuskript ins Lektorat, und wird vermutlich innerhalb der nächsten 10-12 Tage bei den Händlern gelistet sein.

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Tschick

»Die Welt ist schlecht und der Mensch ist auch schlecht. Trau keinem, geh nicht mit Fremden. Das hatten mir meine Eltern erzählt. Und das Fernsehen erzählt es auch. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch  war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.«

Wolfgang Herrndorf
1965 – 2013

Extimes: 4

Mächtig aufgetürmte Wolken, im oberen Drittel vom Sonnenlicht erhellt, zwischen denen sich der blaue Himmel erstreckt. Ergreifende Schönheit beim Betrachten.

Die ältere Frau in der Buchhandlung am Tisch mit den erotischen Bildbänden zwischen einer Handvoll Männern. Bleibt fast eine Viertelstunde und nimmt ein Buch nach dem anderen zur Hand.

Nachts die Möwen an der Kennedybrücke. Sitzen auf dem Geländer oder lassen sich im Wind über den dunklen Gewässern treiben.

Die Heinzelmännchen der Literatur

Der Übersetzerverband VdÜ kritisiert die schlechte Bezahlung der Übersetzer in Deutschland (siehe hier und hier). Beim Lesen der vom VdÜ kritisierten Punkte möchte man ausrufen: »Willkommen im Boot, liebe Übersetzer!« Zwar gibt es bei uns Autoren in schöner Regelmäßigkeit reißerische Artikel, die das enorme Einkommen einiger weniger von uns beziffern, doch die Realität sieht doch anders aus. Vom Schreiben leben tun hierzulande nur wenige Schriftsteller, die meisten fahren zweigleisig mit einem oder gar mehreren Brotberufen nebenher. Ist das schlimm? Ich denke, die meisten Autoren sind sehr realistisch, und obwohl es merkwürdig anmutet, dass in der ganzen Verwertungskette »Buch« so ziemlich jeder der Beteiligten davon leben kann, eben außer denjenigen, die die Bücher schreiben, werden doch noch immer Unmengen an Büchern verfasst, veröffentlicht und gelesen. Und am meisten verdienen nicht unbedingt die Verlage. Letztens fragte ich einen Bekannten, als er mich auf meine Tantiemen ansprach, was er schätzen würde, wie viel ein Autor an seinem Buch verdient, das für zehn Euro im Laden steht. Nur soviel: Er lag weit daneben …

Connectify

Wir haben diese Woche ein Tablett geschenkt bekommen. Gekauft hätte ich mir keins, aber als das Angebot kam, ob wir ein solches nicht haben wollten, siegte doch die Neugierde. In einem Haushalt ohne Wlan ist so ein mobiles Endgerät natürlich nur sehr eingeschränkt nutzbar, dachte ich, war gleichsam aber auch gespannt auf das neue Teil mit seinem Android-Betriebssystem. Gestern dann hatte S. die Idee, eines unserer Notebooks als Hotspot einzurichten. Wir installierten das Programm »Connectify« auf ihrem Thinkpad  – und siehe da: es funktioniert. Das Tablett geht ohne Probleme über den PC ins Netz. Dann begann das große Ausprobieren. Und allein schon für den Spaß, »Senso« auf diesem Gerät spielen zu können, hat sich der ganze Aufwand gelohnt.

GEGEN UNENDLICH: Sondernummer gratis

COVER_GU_SNHeute ist die Sondernummer von GEGEN UNENDLICH  erschienen. Von mir ist die Erzählung „Dienstag, zwölf Uhr“ dabei. Daneben finden sich noch vier weitere, sehr schöne Erzählungen. Die Sondernummer von GU steht fast überall im Handel zum kostenlosen Download bereit.

Silke Jahn-Awe: Tank 142
Michael Blasius: Dienstag, zwölf Uhr
Norbert Golluch: Die virtuelle Familie
Andreas Fieberg: Wohnungsnot
Joachim Pack: Lift!
Michael Blasius: Die Bibliothek von Babel

Macht es wie Gottes Sohn, werdet Mensch – so könnte die Botschaft in einer Welt lauten, die die Hölle ist. // Der Geist der Vergangenheit lässt einen polnischen Partisanen nicht mehr los. // Das Update ist da, Zukunft 2.0 übernimmt das Ruder. // Jemand sucht eine Wohnung und findet statt dessen sein Schicksal. // Ziemlich mitgenommen wirkt auf dem Planeten Vingart ein irdischer Besatzer bei seiner Begegnung mit einem Einheimischen.

Hávamál

Für eine Szene schlug ich heute nochmal in dem alten Sittengedicht nach. Ich mag die Lebensklugheit, die aus ihm spricht, die Verse uralter Bauernschlauheit, die durch lange Überlieferung zu geschlossener Sicherheit gelangt sind.

Mit seinem Verstande
soll man stolz nicht prahlen,
Vorsicht befolge man;
wer weise schweigend
zur Wohnstätte kommt –
nicht triff Unglück den Achtsamen

Von seinen Waffen
gehe weg der Mann
keinen Fuß auf dem Feld:
nicht weiß man gewiss,
wann des Wurfspießes
draußen man bedarf.

Ein Sohn ist besser,
ob geboren auch spät
nach des Hausherrn Hingang:
nicht steht ein Denkstein
an der Straße Rand,
wenn ihn der Gesippte nicht setzt.

Mit Maß bedacht
sei der Männer jeder,
aber nicht überbedacht;
denn heiter wird selten
das Herz des Grüblers,
der überängstlich ist

Extimes: 3

La Rochelle: Die Meeresoberfläche, grün-blau, vom Wind leicht gekräuselt, das Wasser so klar, dass man die Vielfalt des Grundes erkennen kann. Einzelne weiße Boote auf dem Wasser. Sandstrände. Alles sehr mediterran. Dazu die Häuser, die an Spanien erinnern.

Ile de Re’ : Die hochstehende Sonne zwischen den Gassen, blendend weiße Häuser mit dicken Mauern und kleinen Fenstern.

Ile de Re’ : Die Franzosen in den Straßenrestaurants, trotz aller Angeregtheit leiser als in Deutschland. Das Leben ist mehr auf Genuss ausgerichtet, selbst einfache Speisen wie Käse oder Salami werden zu Delikatessen.

Ile de Re’: Zwei französische Bauern helfen uns bei der Autopanne. Wie unbeteiligt stellten sie sich vorher an den Straßenrand vor ihre Höfe und warteten, bis sie angesprochen wurden. Eine Stunde Verständigung mit Händen und Füßen. Ein Mann holt einen Wagenheber aus Zeiten des zweiten Weltkriegs, der andere die passende Schraube für das Getriebe. Mir bleibt der Eindruck von sehr höflichen Menschen. Überwiegend französischsprachige Musik im Radio.

GEGEN UNENDLICH Sonderausgabe

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Die neue Ausgabe von GEGEN UNENDLICH steht in den Startlöchern. Diesmal haben wir uns zwei Gastautoren eingeladen: Norbert Golluch und Silke Jahn-Awe. In zwei Wochen erscheint die Sonderausgabe als eBook überall im Handel.  Das tolle Cover wurde wie üblich von Andreas Fieberg gestaltet.