Hilfe! Das Genre

Das Genre sagt erst mal nichts über den Anspruch aus, ein Krimi, historischer Roman oder Science – Fiction ist nicht per se trivial oder Unterhaltungsliteratur, genauso wenig wie es sich beim  bürgerlichen Realismus  per se um anspruchsvolle Literatur handelt. Auch der sogenannte Realismus ist ein Genre, nicht nur alles, was von ihm abweicht. Entweder man verzichtet ganz, wie Ursula LeGuin einmal gefordert hat, auf den Genre-Begriff und mutet dem Leser zu, sich ohne vorherige Schubladen (außer dem Autorennamen) einem Buch zu nähern, oder man erreicht, dass alle Genres gleichrangig nebeneinander stehen und nicht pauschal als Unterhaltungsliteratur abgewertet werden.

Lange Zeit war der Genre-Begriff einer Deutung durch die akademische Textkritik und des journalistischen Feuilletons unterworfen, so dass aus dem an sich neutralen Gattungsbegriff eine literarische (Ab-)Wertung wurde.  Diese Ideologie war so weit verbreitet, dass lange Zeit niemand die Verallgemeinerung infrage stellte.  In Deutschland begann es mit der „U- und E“-Debatte erst sehr spät : die Diskussion der Unterscheidung zwischen unterhaltender und ernsthafter Literatur. Kann eine unterhaltsame Literatur auch ernsthaft sein? Ist es ernsthafter Literatur auch möglich, zu unterhalten? Und wenn dem so ist, was taugt dann diese künstliche Trennlinie, die uns doch nur davon abhält, zum wahren Kern der Dinge vorzustoßen?

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