Er befand sich in einem runden Raum, aus dem unzählige Türen führten. In der Mitte stand eine Gestalt, kaum mehr als eine Vogelscheuche, die ihn fragend aber freundlich anblickte. Sie besaß Arme und Beine wie Besenstiele, an deren Enden ein fleischlicher Kopf, Hände und Füße saßen. Als er näherkam, erkannte er in der Mitte des Körpers ein schlagendes Herz, mit einer dünnen Nadel angepinnt. Es schlug ruhig und gleichmäßig.
»Führen die Türen zu unterschiedlichen Orten?«, fragte der Mann.
»Nein.«
Die weißen Türen besaßen einen goldenen Knauf und glichen sich wie ein Ei dem anderen. Er ging um die Stockfigur herum, seine Schritte hallten leise von den Wänden wider. Die Figur konnte offensichtlich den Kopf nicht drehen und wartete, bis er wieder vor ihr stand.
»Warum sind sie dann da?«, fragte er.
Die Gestalt bewegte die Hände, die links und rechts am Ende des horizontalen Stockes hingen, der die Arme bildete. Er besaß keine Gelenke, so dass sie ihre Geste nur andeuten konnte. »Weil es wichtig ist, die richtige Tür zu nehmen.«

(Michael J. Awe, »Ein anderes Wort für Vater«)